Jever - Wenn alles glatt läuft, dann können die neuen Besitzer Weihnachten 2022 in der eigenen Wohnung an der Zerbster Straße feiern. Dann nämlich sollen die beiden Häuserzeilen mit 29 Eigentumswohnungen bezugsfertig sein. Der Baubeginn für das mehrere Millionen schwere Bauvorhaben hinter dem ehemaligen Gemeindehaus der evangelischen Kirche ist für September / Oktober angepeilt.

„Die Projektgesellschaft Zerbster Straße beginnt sofort mit der Vermarktung der Wohnungen“, erklärte der jeversche Architekt Friedel Meyer am Freitag bei der Vorstellung des Bauvorhabens, bei der er die Katze aus dem Sack ließ: Meyer selbst tritt zusammen mit Stephan Brüdern, Geschäftsführer der Finanzberatungsgesellschaft Brüdern und Eisert aus Oldenburg, als Investor für das Wohnprojekt auf.

Genau wie das Gemeindehaus werden auch die beiden sich gegenüberstehenden Häuserzeilen aus Wittmunder Klinker sein. „Ich wollte eine ruhige Bebauung, keinen Schnickschnack, massive Gebäude mit Betondecken“, erläuterte Meyer. Die 29 Wohnungen, davon acht Penthouse-Wohnungen, sind licht und luftig, große Fenster, klare Linie. Die Größe liegt zwischen 70 und 120 Quadratmetern. Zwischen den beiden Häuserriegeln, die die typische Handschrift von Friedel Meyer aufweisen, befindet sich der Parkraum mit begrünten Carports inklusive Abstellflächen, die jeder Wohnung zugewiesen sind.

„Wir freuen uns, dass wir jetzt loslegen können“, erklärte Meyer. Er sprach der Stadt Jever ein dickes Lob aus. Das Genehmigungsverfahren ist schnell über die Bühne gegangen, der Bebauungsplan rechtskräftig. 4500 Quadratmeter groß ist das Gelände, das der Projektgesellschaft Zerbster Straße insgesamt zur Verfügung steht. Der Großteil gehörte der evangelischen Kirchengemeinde, die das Gemeindehaus, das danebenstehende Pastorenhaus und eine große Freifläche im Bieterverfahren verkauft hat. Das Pastorenhaus ist vor geraumer Zeit bereits abgerissen worden, außerdem haben die Investoren von der Wohnungsbaugesellschaft Friesland noch einmal etwa 800 Quadratmeter hinzukaufen können, um das Gelände zu arrondieren.

„Die dreigeschossigen Häuser haben eine maximale Höhe von elf Metern“, erläuterte der Architekt, der viel Wert darauf legt, dass sich das Wohnprojekt harmonisch in die Umgebung einpasst. Er hat schon einige Interessenten-Gespräche geführt und würde sich sehr freuen, wenn ältere Leute aus der Nachbarschaft, die vielleicht nicht mehr einen großen Garten bearbeiten können, aber in der Gegend wohnen bleiben wollen, das neue Wohnangebot nutzen.

Mit der Firma Borchers aus Augustfehn haben die Investoren einen erfahrenen Generalunternehmer gefunden, mit dem sie schon häufig zusammengearbeitet haben. „Wir legen Wert auf gute Handwerker“, sagte Meyer. Wegen der derzeit herrschenden Baustoffknappheit sind die Preise momentan allerdings schwer kalkulierbar. „Das ist eine Unwägbarkeit, mit der wir leben müssen“, sagte Meyer. Eine gewisse Preissteigerung sei vom Generalunternehmer einkalkuliert, was darüber hinaus gehe, sei das Risiko der Investoren. Für die Käufer der Eigentumswohnungen ist der Kaufpreis garantiert.

Für die Dauer der Bauarbeiten soll das aus den 1970er-Jahren stammende Gemeindehaus als Baubüro und Präsentationsraum für Muster genutzt werden. Danach wird der Klinkerbau umgebaut: Hier sollen zwei Wohnungen von 80 und 140 Quadratmetern entstehen.

Und für Friedel Meyer ist eines klar: Die große Buche direkt neben dem Gemeindehaus bleibt auf jeden Fall stehen.