Jever - Im Jahr 2020 hatte es wegen der Umstellung von zwölf auf 13 Schuljahre (G13) gar kein Abitur am Mariengymnasium zu Jever gegeben. Dafür wird das Abitur 2021 nun um so spezieller, denn die Corona-Krise lässt auch an dieser Schule keinen Normalbetrieb zu.
Dennoch erklären Schulleiter Jürgen Ploeger-Lobeck und seine Stellvertreterin Katrin Finke optimistisch, dass die aktuelle „Q2“ ein hervorragender Jahrgang sei, der nach Ostern mit den Abi-Klausuren beginnen und am 14. Juni seine Noten bekommen werde. Ihr Optimismus begründet sich auf zahlreichen Maßnahmen, mit denen man sich mit Erfolg den besonderen Bedingungen angepasst hat.
70 Schüler umfasst die „Q2“ und nur fünf von ihnen haben sich aus verschiedenen triftigen Gründen für das Home-Schooling entschieden. Mit ihnen hält man den nötigen Kontakt per Videokonferenz einschließlich Konferenzmikrofonen und der Unterricht laufe problemlos. Die übrigen Schüler aber genießen außergewöhnliche Raumbedingungen. Da alle anderen fast 1000 Schüler derzeit von zuhause aus lernen sind, stehen diesen 65 für ihren Präsenzunterricht sämtliche Räume des Gymnasisums zur Verfügung.
So gibt es keinerlei Probleme mit dem Abstand, wenn sich zum Beispiel eine Gruppe für ein bestimmtes Fach gleich in einem ganzen Kunstsaal verteilen kann. Lediglich für die Lehrkräfte bedeutet das zuweilen einiges an „Wanderschaft“ zwischen den Klassen. Die Zusammenarbeit im aktuellen Abi-Jahrgang sei hervorragend, zum Anderen komme diese „Q2“ in besonderem Maße in den Genuss der Betreuung durch sämtliche betroffenen Lehrkräfte, da keiner von ihnen durch Klassenfahrten oder Lehrerfortbildungen abwesend sei.
Eine Besonderheit für das Abitur 2021 gilt für ganz Niedersachsen: die zentralen Aufgabenstellungen eröffnen diesmal Auswahlmöglichkeiten. Während sonst die Kurslehrer die Aufgaben erst am Klausurmorgen erfahren, gibt es ausnahmsweise für Arbeitsbereiche, die nicht genügend behandelt werden konnten, Alternativvorschläge.
Einziger kleiner Wermutstropfen für das MG ist die auffallend geringe Zahl angehender Abiturienten in diesem Jahr. Es habe aus verschiedenen Gründen einen kleinen Aderlass im letzten Jahr gegeben. So sei das Fehlen einer Informatikklasse ein wichtiger Grund gewesen, aber auch einige andere aus Sicht des MG ungünstige Konstellationen. So habe vor allem das Gymnasium der Berufsbildenden Schulen (BBS) mit seinem deutlich anderen System von Wahlmöglichkeiten gelockt, erläuterte Schulleiter Ploeger-Lobeck dazu.
Inzwischen habe das MG jedoch an einigen wichtigen Stellschrauben gedreht und erwarte bei den nächsten Abi-Jahrgängen wieder die gewohnten Zahlen von 100 plus. Ansonsten habe das Gymnasium die Krise bisher bestens in den Griff bekommen und es halfen auch Maßnahmen, die bereits vor Corona erfolgten. So erfolgt der digitale Unterricht über Videokonferenzen und mit Aufgabenmodulen für das jetzt nahezu komplette Home-Schooling über das IServ-System.
Das schuleigene IServ-Team im Kollegium hatte schon vor Corona die Fortbildungstage wegen des wegfallenden Abiturs zur Ausbildung genutzt und längst ist die jetzige Nutzung bei Lehrern wie Schülern zum Normalfall geworden. Der Server stehe im Haus und da Iserv kein offener Kanal sei, haben auch Dritte keinen Zugang. Alle Schüler seien zudem ausreichend technisch ausgerüstet, wobei 40 von ihnen mit Leihgeräten über den Landkreis Friesland versorgt wurden.
Abschließend drückt nun Katrin Finke, die turnusmäßig den Abi-Vorsitz hat, der „Q2“ die Daumen für ein gutes Gelingen. Und dass die Abiturienten weder auf die am 1. Juli in der Stadtkirche geplante Zeugnisausgabe noch auf die obligatorische Abi-Fete verzichten müssen.
