JEVER - JEVER/ANZ - Nach 33 Jahren am Amtsgericht Jever ist Richter Dieter Havertz gestern in den Ruhestand verabschiedet worden. „Sie sind eine feste Größe hier im Gericht“, würdigte Amtsgerichtsdirektor Günter Jackisch seinen Stellvertreter.
Havertz habe „immer eine praktische Begabung bewiesen, eine frohe Wesensart und keine Akten-Rückstände zurückgelassen“, zitierte Jackisch eine Beurteilung von 1968 aus der Personalakte des 65-Jährigen. Havertz hatte damals sein Referendariat am Amtsgericht Jever absolviert. „Das passt heute auch noch gut“, meinte Jackisch mit Blick auf Havertzs Rheinische Herkunft.
Geboren 1941 in Düsseldorf und 1947 mit seiner Familie nach Jever gekommen, hat Havertz in Köln, Berlin und Göttingen Rechtswissenschaften studiert. Ende 1973 kam er auf eigenen Wunsch als Richter nach Jever, wo er bis zu ihrer Schließung 1998 die Jugendarrestanstalt leitete. Daneben übernahm er als Richter fast alles, was vor Gericht anfiel von Scheidungen über Strafsachen bis hin zum Betreuungsrecht, das ihm zum besonderen Anliegen wurde.
„Frau, Bank und Versicherung wechselt man nicht“, kommentierte der scheidende Richter seine Treue zum Amtsgericht Jever. Als begeisterter Radfahrer – auch seine beiden Töchter, die in Sachsen und Schleswig-Holstein leben, besucht er gerne per Rad – und aktiver Sportler werde er seine gewonnene Freizeit mit seiner Frau genießen können, auch wenn seine Versorgungszusage nicht zu durchschauen sei: „Das sind 15 Seiten, die kein Mensch versteht – noch nicht einmal ein Jurist.“
