Jever - Es war eine der schlimmsten Naturkatastrophen: das Hochwasser vor einem Jahr. Bei den extremen Unwettern im Juli 2021 waren vor allem Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen betroffen. Dort fielen am 14. Juli und in der Nacht zum 15. Juli innerhalb von 24 Stunden 100 bis 150 Liter Regen pro Quadratmeter. Etliche Einsatzkräfte waren vor Ort – auch vom THW-Ortsverband Jever.
Für das Technische Hilfswerk (THW) war das der größte Einsatz in seiner mehr als 70-jährigen Geschichte. Über mehrere Monate leisteten die Helferinnen und Helfer rund 2,6 Millionen Einsatzstunden in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen. Rund 17 000 Einsatzkräfte aus allen 668 THW-Ortverbänden waren im Katastrophengebiet eingesetzt.
„Wir wussten nicht genau, was uns erwartet. Die Bilder im Fernsehen und die internen Berichte schockierten uns alle“, erinnert sich Michael Falkenhof, damaliger Zugführer des Ortsverbandes. Der Ortsverband Jever war mit seiner Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung insgesamt fast drei Wochen im Ahrtal.
Tief „Bernd“ hatte hier ein Bild der Zerstörung hinterlassen: überflutete Städte, zusammengebrochene Infrastruktur und zerstörte Gebäude. Das THW war daraufhin mit allen 25 Typen seiner Einheiten und Teileinheiten gefragt.
Aufgaben des Ortsverbandes Jever waren damals: Wege und Straßen freiräumen, um Zuwegungen wieder herzustellen Umgewehte Bäume und angeschwemmte Äste zerteilen, um die Bereiche freiräumen zu können Beschädigtes Inventar aus Häuser und Wohnungen räumen, um die Anwohner zu unterstützen Steile Böschungen und Bachläufe von Müll und Unrat befreien Entkernung einer Turnhalle Transportwege freischneiden, räumen und befestigen Ein Camp für bis zu 1500 Helfer aufbauen.
Nach fast einem Jahr kamen nun die Einsatzkräfte zusammen, um die offizielle Dankesurkunde von Manuel Almanzor, Landesbeauftragter für Bremen und Niedersachsen, über den Ortsbeauftragten Axel Weber zu erhalten.
Während des anschließenden Grillabends kamen die eine oder andere Erinnerung und Geschichte dieses größten Einsatzes in der Geschichte des THW wieder auf den Tisch – Erinnerungen, die zusammenschweißen.
