JEVER -

und rahel arnold

JEVER - Die SPD jubelt mit ihrer parteilosen Kandidatin Angela Dankwardt, die CDU leckt sich die Wunden. Auch gestern war die Bürgermeisterwahl Gesprächsthema in Jever.

Während der unterlegene CDU-Kandidat Jochen Werwath gestern doch schon seine Zelte in Jever abbrach und zurück nach Cuxhaven fuhr, genoss Dankwardt nach der Wahlentscheidung den Sieg (siehe Interview).

Bis 20 Uhr blieb das Rennen spannend. Zwar hatte ein repräsentatives Stimmungsbild der NWZ kurz vor der Wahl Vorteile für Dankwardt ergeben. Nach der Auszählung der ersten Wahllokale lag aber zunächst CDU-Mann Werwath vorne. 608 Briefwähler hatten für ihn votiert, 486 für Dankwardt. Dieser erste Vorsprung schrumpfte aber wieder mit den weiteren Ergebnissen, die nach und nach im Rathaus eintrudelten. Werwath hatte am Ende nur in den Wahllokalen Mariengymnasium und Grundschule Harlinger Weg die Nase vorne, die restlichen Bezirke gingen an Dankwardt. Am Ende hatten 4574 Bürger für Dankwardt gestimmt, 4109 Stimmen entfielen auf Werwath. Damit lag die parteilose SPD-Kandidatin mit 52,7 Prozent zu 47,3 Prozent knapp vorne.

Die neue Bürgermeisterin wird ihr Amt offiziell am Sonnabend, 12. November, antreten. Tags zuvor räumt Jevers letzter Stadtdirektor Ingo Hashagen seinen Schreibtisch im Rathaus. An diesem Tag endet auch die Ära des ehrenamtlichen Bürgermeisters Siegfried Harms. Der populäre SWG-Politiker hatte aus persönlichen Gründen auf eine Kandidatur verzichtet, obwohl ihm große Chancen auf das Amt eingeräumt worden waren.

„Ich bleibe aber in der Kommunalpolitik, vielleicht ja auch als stellvertretender Bürgermeister“, kündigte Harms an. Die neue Bürgermeisterin werde er als Ratsmitglied unterstützen.

In der repräsentativen Umfrage, die das Oldenburger Meinungsforschungsinstitut Vector kurz vor der Wahl für die NWZ erhoben hatte, ging es nicht nur um die Wahlentscheidung der Bürger, sondern auch um deren Erwartungen an den neuen Amtsträger.

Die häufigste Antwort bei den Anhängern von Angela Dankwardt war die Forderung nach mehr Kindergartenplätzen.

Häufig genannt wurden auch neue Arbeitsplätze und mehr Bürgerservice. Wichtig war für die Befragten zudem, das Engagement für Jugendliche zu erhöhen, die Attraktivität der Stadt zu steigern und den Tourismus anzukurbeln.

Ehrlich gesagt, hat mich die Bürgermeisterwahl nicht so interessiert. Aber ich erwarte, dass Frau Dankwardt als Bürgermeisterin mehr für junge Leute tut, angefangen von Geschäften in der Innenstadt bis zu Veranstaltungen.

Sabrina Hamann

Ich hoffe, dass die Zusammenarbeit mit Frau Dankwardt so gut läuft wie bisher. Vor allem, dass wir neue Ideen für Jever anschieben können. Wir sollten die Chance nutzen und zu einem guten Miteinander kommen.

Jochen Gemeinhardt

Stadtmanager

Ich erwarte von Frau Dankwardt, dass sie für uns Ältere etwas tut. Zum Beispiel, dass die Geschäfte nicht alle aus der Innenstadt verschwinden, sondern für uns erreichbar bleiben. Man kriegt hier längst nicht mehr alles, was man braucht.

Erika Ammen

Ich hoffe, dass sich Frau Dankwardt für uns Senioren einsetzt. Um einen Einblick zu erhalten, ist sie zum Seniorenfrühstück eingeladen. Es gibt vieles, das seniorengerechter umgebaut werden müsste wie etwa das Ahlers-Haus.

Leonore Gundlach,

Seniorenbeirat

Ich schätze Frau Dankwardt, weil sie ehrlich ist und dementsprechend erwarte ich auch, dass sie umsetzt, was die Bürger fordern. Es sollte schneller gehandelt werden, wenn es um Kinderfreundlichkeit geht, zum Beispiel bei Kindergartenplätzen.

Heinz Cassens

Ich hoffe, dass Frau Dankwardt umsetzt, was sie angekündigt hat, insbesondere im Bereich Stadtmarketing. Ich hoffe auf gute Zusammenarbeit. Wir werden sie unterstützen und erwarten, dass sie uns genauso unterstützt.

Jens Hanenkamp,

Jever Aktiv

Die Bürger erwarten von Dankwardt mehr Kindergartenplätze und Bürgerservice