Jever - Auch in dieser Jahreshauptversammlung fand die seit 2008 amtierende Vorsitzende des Bürgervereins Jever, Silvia Jennerich, keine Nachfolge für ihr Amt. Ich werde dennoch den Verein nicht in die Brüche gehen lassen, versicherte sie trotz zusätzlicher beruflicher Belastung. Viel zu sehr seien ihr die Mitglieder gerade auf den Mehrtagesreisen ans Herz gewachsen.
Die rund 60 anwesenden Mitglieder wählten sie einstimmig für eine weitere kommissarische Amtszeit. Zuvor hatte sie im Beisein von Landrat Sven Ambrosy, Fachdienstleiter Björn Mühlena und zahlreicher Ratsvertreter ihren Jahresbericht abgegeben. Besuche bei Alters- und Hochzeits-Jubilaren, Teilnahme am Dorffest Cleverns, am Fischereiball und an Veranstaltungen des Handwerksgesellenvereins sowie der Feuerwehren Jever und Cleverns zählten zu den Aktivitäten.
Ausdrücklich dankte sie Jonny Lüken, der nach 25-jähriger Organisation der beliebten monatlichen Skatabende im Johann-Ahlers-Haus diese Aufgabe nun an Rolf Schmitz weiter gibt. Das traditionelle Besenwerfen mit dem KBV Moorwarfen, eine Baumpflanzaktion vor dem AWO-Pflegeheim, Grünkohlessen, Grillfeste und Tagesausflüge waren neben der Beteiligung an Ferienpassaktionen weitere Unternehmungen.
Leider machten Sterbefälle und auch Austritte die Mitgliederzahl von derzeit 470 rückläufig, stellte sie am Ende ihres Berichts als Wermutstropfen fest. Dennoch stehe der Bürgerverein finanziell auf gesunden Füßen. Und auch diesmal seien drei neue Aufnahmen, darunter Kornelia Jürgens, die ihre Bereitschaft zur Mitarbeit im Vorstand bekundete, zu verzeichnen.
Rund zwei Dutzend Veranstaltungen stünden dieses Jahr im Terminkalender, stellte Jennerich fest, bevor sie eine Reihe Mitglieder für langjährige Treue auszeichnete: Johannes Behrends, Joachim Gruna und Werner Lührs für 25 Jahre; Inge Beewen für 50 Jahre sowie Martha Schünemann, Heinz Hinrichs und Willi Jedamzik für 60 Jahre.
Als Gastreferent berichtete diesmal Landrat Sven Ambrosy zum Thema Weltnaturerbe Wattenmeer im Einklang mit Tourismus und JadeWeserPort über Bekanntes und Neues. Urlauber und Tagesgäste sind Sehleute, brachte er die Fakten in Einklang: Immerhin verzeichneten 78,7 Mio. Aufenthalte einen touristischen Bruttoumsatz von 3,5 Milliarden. Euro.
Umgerechnet seien dies 1445 Euro Einkommen pro Einwohner, bzw. 650 Mio. Euro touristisches Steueraufkommen in der Nordseeregion. 2010 hätten 30 000 Gäste das Info-Center am JWP besucht. Beim Tourismus hat ein Umdenken stattgefunden; wenn wir es richtig machen, können wir diesen und die Industrie vereinbaren.
Dennoch räumte Ambrosy, unter anderem Vorsitzender des Tourismus Verbandes Nordsee e.V., dem Tourismus Priorität ein. Dass dies bereits geschehe, zeigten die Besucheranstürme in den 14 Naturparkhäusern und im Weltnaturerbezentrum in Wilhelmshaven.
