JEVER - Das Schlossmuseum ist nicht nur ein Ort der Wissenschaft und der Begegnung mit der Vergangenheit, Museumsleiterin Prof. Dr. Antje Sander wünscht sich auch, dass die alten Räume und Säle klingen. Und darum gibt es neben zahlreichen Musikveranstaltungen übers Jahr auch die Reihe der Schlosskonzerte im Sommer. Seit vielen Jahren kommen in diesem Rahmen hochkarätige Musiker nach Jever - und Organisatorin Christel Ney bittet sie jeweils, sich auch inhaltlich auf das große Ausstellungsthema einzulassen. 'In diesem Jahrs ist es ja das Mittelalter und die Zeit der Häuptlinge', erklärte Antje Sander am Dienstag bei der Präsentation des Programms.

Diese Bitte ist bei dem ersten Ensemble so gut angekommen, 'dass die Musiker ihr Programm komplett geändert haben und nun Musik des 15. und 16. Jahrhunderts spielen', freute sich Christel Ley.

Den ersten Auftritt der Schlosskonzerte absolvieren am Mittwoch, 5. Juni, ab 20 Uhr die Mitglieder des Vokalensembles 'Quartonal' aus Hamburg.Die vier jungen Sänger begeistern bei ihren Konzerten mit ihrer Hingabe zum musikalischen Detail. Ihre Musik zeichnet ein äußerst homogener Klang jenseits von Epochen- und Stilgrenzen aus. Vom Renaissancemadrigal über Chorwerke der Romantik bis hin zum plattdeutschen Volkslied deckt das Repertoire von 'Quartonal' ein überaus reiches Spektrum ab.

Mit Klaviermusik geht es am Mittwoch, 7. August, um 20 Uhr weiter. 'Klavier zu vier Händen' heißt das Programm, für das Linda Leine und Daria Marshinina als 'Piano-Duo' stehen. Sie musizieren auf dem Flügel des Schlossmuseums, der nach Ansicht von Christel Ney 'viel zu selten gespielt wird'. Als die Musikerinnen in der Klasse von Lilya Zilberstein 2011 zum ersten Mal gemeinsam am Klavier saßen, war das für beide ein magischer Moment: da trafen sich zwei Wahlverwandte.

Wichtige Impulse erhielten sie in der renommierten Duo-Klasse von Hans-Peter und Volker Stenzl an der Hochschule für Musik und Theater Rostock, wo sie auch regelmäßig mit dem Klavierduo Chipak-Kushnir arbeiten, ferner durch das Klavierduo Genova und Dimitrov sowie Andreas Groethuysen, Jacques Rouvier und Pavel Gililov. Ihre Programme zeichnen sich vor allem durch ihre Neugier auf die ganze Vielfalt des Repertoires aus: So treten sie ansonsten solistisch, vierhändig und an zwei Klavieren auf. Nicht zuletzt fließen immer auch ihre russischen beziehungsweise lettischen Wurzeln mit ein, wenn sie spielen. Den krönenden Abschluss der Schlosskonzerte bildet wie schon seit zwölf Jahren das Wandelkonzert am Freitag, 13. September, ab 19 Uhr. Sieben Gruppen bespielen dann sieben Räume des Schlosses, und die Gäste können von Hörgenuss zu Hörgenuss wandeln und ganz nebenbei das Schloss erleben. Im Biedermeier-Zimmer treten Klaus Wedel (Truhenorgel) und Angela Dohmen (Flöte) miteinander auf. Im Café unter dem Eulenturm die Formation 'Monsieur Pompadour' mit Gipsy-Swing. Im Kanonenkeller begegnen die Musikfreunde dem 'Trio Lezard'. Es ist so nicht nur in der Klangwelt des Paris der 1930er-Jahre zuhause, sondern interpretiert stilsicher Musik verschiedenster Epochen. Ü;ber die weiteren Künstler will Christel Ney noch nichts verraten. 'Ü;berraschungen gehören zum Wandelkonzert dazu', sagt sie.

Christoph Hinz
Christoph Hinz Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt