JEVER - In einem leerstehenden Ladenlokal auf den Fundamenten der zerstörten jeverschen Synagoge hat alles angefangen – heute ist das Gröschler-Haus in Jever eine preisgekrönte Einrichtung, die auch international auffällt. Das Zentrum für Jüdische Geschichte und Zeitgeschichte der Region blickt auf ein bewegtes und erfolgreiches Jahr 2018 zurück.
Im Mittelpunkt stand die feierliche und sehr gut besuchte Wiedereröffnung des Gröschler-Hauses nach neunmonatiger Umbau- und Renovierungsphase am 15. April. Zum Festakt waren auch Angehörige von jüdischen Familien aus dem Ausland angereist. Er fand seinen symbolischen Höhepunkt in der Anbringung der 'Mezuzah', einem Segensspruch auf einer kleinen Pergamentrolle in einer Hülse, von Frank Gale an der Eingangstür durch Familienangehörige. Der Sohn des letzten Vorstehers der Synagogengemeinde war 1938 als Fritz Gröschler in einem Kindertransport nach England entkommen. Seine Eltern wurden 1944 in Auschwitz ermordet, Frank Gale starb 1998 in Northampton.
Auch andere Nachkommen jeverscher Juden besuchten die Marienstadt auf den Spuren ihrer Vorfahren, sie kamen aus den Niederlanden, England, Israel, den USA und Australien und wurden vom Arbeitskreis Gröschler-Haus betreut. Im August 2018 ging eine Ära zu Ende: Mit Prof. Dr. Rolf Sternberg, der 1926 in der Schlosserstraße geboren wurde, starb in New York der letzte der Juden aus Jever, die dem Holocaust entkommen konnten.
