Jever - Die zinslose Zeit ist eine schwierige Zeit für den Freundeskreis des Schlossmuseums Jever. „Im Vergleich zu früher ist es schlimm, aber wir können es nicht ändern“, sagte Vorsitzender Hermann Neunaber beim Stiftungstreffen. „Aber wir können zumindest nach alternativen Kapitalanlagen suchen.“
2008 hatte sich der Verein zur finanziellen Unterstützung des Schlosses gegründet. Mit den 1000 Euro aus diesem Jahr hat der Verein dann insgesamt 19 000 Euro ausschütten können. „Und darüber sind wir froh und dankbar“, sagte Museumsleiterin Prof. Dr. Antje Sander.
Denn so konnte das Schloss unter anderem die Museumspädagogik finanzieren. Und die sei wichtig, um auch junge Menschen zu erreichen. „Doch obwohl das so wichtig ist, hätten wir ohne den Freundeskreis nicht ausreichend Geld“, betonte Antje Sander.
Damit die Unterstützung auch weiterhin fließt, beschäftigt sich der Vorstand seit einigen Jahren mit alternativen Kapitalanlagen. Denn: 2008, als der Verein startete, gab es fünf Prozent Zinsen. „Wäre das heute immer noch so, könnten wir bei unserem Stiftungskapital von 105 000 Euro jährlich 5000 Euro ausschütten“, rechnete Neunaber vor.
Da das aber nicht der Fall sei, will der Verein andere Chancen nutzen – aber auf keinen Fall Risiken eingehen. Schließlich hat sich der Vorstand entschieden, einen Teil des Geldes in einem speziellen Stiftungsfond anzulegen. Das Geld sei dort stiftungsrechtlich abgesichert und es gebe leichte Zinserträge, sagte Neunaber. „So erhoffen wir uns für 2018 eine Verbesserung – wenn auch nur eine marginale.“
Darüber hinaus gingen immer wieder kleinere und größere Spenden ein, berichtete Neunaber. Er nannte unter anderem:
den Verkauf der meterlangen Schlosstollen, die von der Bäckerei Ulfers-Eden gebacken und im Keller des Schlosses eingelagert werden. Von jedem verkauften Stollen geht ein Euro an die Stiftung – in diesem Jahr kamen so 501 Euro zusammen (insgesamt bereits etwa 5 500 Euro).
die Einnahmen des Brillenbrunnen-Festes von Rüdiger Babatz, die in diesem Jahr 2000 Euro betragen (insgesamt mindestens 25 000 Euro)
viele private Spenden.
Vorstandsmitglied Andreas Kreye sagte, dass er den Beistand aller Menschen in Jever fast noch wichtiger als den finanziellen Beitrag ansehe. „So schaffen wir es, dass unser Himbeer-Schloss einfach nach Jever gehört und auch über die Region hinaus bekannt ist.“
