Jever - Der „Lappen“ hat ausgedient, jeder Autofahrer soll einen Kartenführerschein bekommen. Wer das alte Dokument aber behalten möchte, darf ihn – als ungültig gekennzeichnet – auch wieder mit nach Hause nehmen. Und so finden sich daheim noch so einige Schätze, die Leserinnen und Leser für uns fotografiert haben – so wie Michael Clemens, der wohl eine echte Rarität hat: einen Führerschein seiner Großmutter, der im September 1931 von der Polizeidirektion Oldenburg ausgestellt und wohl von der Polizei in Jever ausgehändigt wurde. „Dass eine Frau zu der Zeit einen Führerschein besaß, war in der Provinz etwas ungewöhnlich“, berichtet Clemens. „Aber meine Oma benötigte seinerzeit eine Fahrerlaubnis, weil sie gelegentlich mit Autos ihres Schwiegervaters Adolf Aries, der damals in Altenhof zwischen Sande und Mariensiel eine Großbäckerei betrieb, Auslieferungsfahrten machte, mit Backwaren zum Beispiel nach Wilhelmshaven, Heidmühle, Gödens, Jever und sogar bis kurz vor Cleverns.“ Ein echter Hingucker ist vor allem auch das Foto – ausgeschlossen, dass heutzutage solche Bilder für Dokumente gemacht werden.

Auch Angela Strieter aus Jever hat ihren alten Führerschein geschickt und schreibt: „Als ich 31. Oktober 1973 meine Führerscheinprüfung in Wilhelmshaven machte, war ich sehr aufgeregt. Ich wollte nämlich abends schon im Zug gen Bayern sitzen, wo ich dann nach meiner Lehre im ,Nordsee-Hotel‘ für ein Jahr in Rottach-Egern am Tegernsee sein würde.“

Stolz auf ihren Lappen ist auch Brigitte Gorziza-Adden. „Allerdings hat er gelitten, als ich als Beifahrerin im Graben gelandet bin“, schreibt sie. Trotzdem sieht er noch recht gut erhalten aus. „Der Führerschein und das Papiergeld wurden anschließend an der Leine getrocknet.“