Jever - Die Verkaufsfläche des Schuhhauses Pekol, das von 1903 bis Ende 2021 in der Schlachtstraße 9 zu finden war, kannten natürlich alle Kunden als sehr weitläufig. Jetzt, da dort nur noch Dekorationen und leere Regale vom Traditionsunternehmen zeugen, wird deutlich: Man könnte hier glatt Fußball spielen. Aber das für viele Kinder und Eltern in Jever und umzu wichtigste Element ist die große Holzrutsche, die vom Obergeschoss ins Erdgeschoss führt. „Dass die Rutsche bleibt, ist sogar Teil des Kaufvertrags“, sagt Torsten Fellensiek beim Rundgang durchs Gebäude. Und seine Frau Claudia ergänzt: „Das gilt auch für die schönen Wandmalereien.“ Über der Rutsche ist unter anderem seit vielen Jahren eine „Bambi“-Szene in Disney-Manier zu bewundern.
Pläne für Schlachtstraße
Das Unternehmen Fellensiek Produktmanagement hat die Innenstadt-Immobilie schon im vorigen Jahr gekauft – mit ihr wollen Claudia und Torsten Fellensiek die Transformation der Innenstadt nach ganzheitlichen Konzepten (Wohnen, Arbeiten, Modernisieren und Erhalten) vorantreiben. Man sei dazu in Kontakt mit einer Studentin in Oldenburg, die darüber ihre Bachelorarbeit geschrieben habe. Bis zu vier Millionen Euro wollen sie investieren. Die Fellensieks haben bereits die Markthalle in der Schlachtstraße zum inklusiven Treffpunkt-Bistro „de Mood“ ausgebaut, und die Planungen für das Kückens-Gelände, ebenfalls in der Schlachtstraße und damit im alten Hafenquartier, laufen außerdem.
Zehn Wohnungen
Wie am Ende alles einmal aussehen wird, wenn der großflächige Mittelteil des Anbaukomplexes abgerissen ist, steht noch nicht fest. „Daran arbeiten wir jetzt“, sagt der Geschäftsführer. Außer dem Einzelhandel im Altbau sollen etwa zehn Wohnungen sowie Büroflächen entstehen. Dass der Bereich zum Sanierungsgebiet IV gehört und deshalb auch mit Fördermitteln zu rechnen ist, passt dem Investor natürlich. Fest steht, dass es mit Planung und Altbau-Sanierung noch in diesem Jahr losgehen soll. Die Wohnungen im Obergeschoss – aus zwei vorhandenen werden vier – geht es voraussichtlich los, und die Fassade mit dem Arkadenbereich wird zurückgebaut. „Das ist ja schon ein erheblicher Teil der Fläche des alten Geschäftshauses“, erklärt Torsten Fellensiek.
Es ist ein wahres Labyrinth, das man vom Geschäft durch die Anbauten, Lager- und Bürobereiche bis zu den Gebäuden an der Lohne hinter sich bringen muss. Das Schuhhaus allein hatte schon 700 bis 1000 Quadratmeter Verkaufs- und Lagerfläche.
Zwischenzeitlich nutzen
Die Zimmer in den hinteren Gebäuden sind großzügig geschnitten, einige Fenster gehen direkt zum Brauereimuseum in der Theodor-Fetköter-Straße und dessen „Hopfen-Karree“ hinaus. Die Fellensieks erwägen, die Räumlichkeiten zwischenzeitlich selbst für ihr Unternehmen als Büroflächen zu nutzen. Die Projektmanagement GmbH & Co. KG. und die „de Mood“ gGmbH haben zusammen derzeit an die 25 Mitarbeiter.
