Jever - Es sieht ganz anders aus, das umgestaltete Museum an der Wangerstraße. „Allen Beteiligten war von Anfang an klar, dass hier etwas vollkommen Neues aufgestellt werden muss“, sagte Museumsleiter Dr. Andreas von Seggern am Mittwoch – und meinte damit das „Getreuenmuseum“. Aber: Allen sei auch klar gewesen, dass genau darin die Schwierigkeit liege.
Denn das ehemalige „Bismarck- und Getreuenmuseum“ sollte nicht nur inhaltlich eine komplett neue Ausrichtung, einen neuen Fokus bekommen – nämlich auf die Getreuen selbst – sondern auch äußerlich. Das sei aber durch den räumlichen Zuschnitt als ehemaliges Geschäftsgebäude sehr eingeschränkt gewesen, berichtete von Seggern bei der Eröffnung, die im kleinen Rahmen gehalten wurde.
Trotzdem ist es gelungen, vor allem durch viel Unterstützung: So seien die Kosten der Sanierung, Ausstattung und Gestaltung, die auch eine Ertüchtigung einer vom Verein der Getreuen und dem Schlossmuseum Jever genutzten Depot- und Archivfläche umfasst, von der Familie-Dr.-Blume-Stiftung getragen worden. „Dr. Blume selbst war, so lange es noch ging, auch unmittelbar an der Sanierung beteiligt“, sagte von Seggern. Im Herbst vergangenen Jahres ist Blume im Alter von 92 Jahren gestorben.
Inhaltlich war für das neue Museum der Zweckverband Schlossmuseum verantwortlich, dem das Getreuenmuseum künftig auch zugeordnet ist. Und um die Gestaltung kümmerte sich der Grafikdesigner Andreas Reiberg.
„Wir wollen mit dem Museum auf etwas hinweisen, das für Jever besonders ist“, sagte von Seggern. „Und die nationale Bekanntheit ist den Getreuen geschuldet. Die Getreuen waren vor dem Bier da.“ Jedes Jahr habe es in nahezu allen Zeitungen eine Notiz über die 101 Kiebitzeier gegeben, die die Getreuen Bismarck zum Geburtstag schenkten. „Jever war präsent.“
Um all das noch mehr in den Fokus zu rücken, stehen im Museum also die Getreuen mehr im Vordergrund. „Darüber hinaus wird man hier inhaltlich in den nächsten Jahren ein lebendiges Programm auf die Beine stellen“, verriet von Seggern schon jetzt – was dann auch Dr. Ulf Morgenstern bestätigte.
Der wissenschaftliche Mitarbeiter der bundeseigenen Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh war als Gast bei der Eröffnung und präsentierte schon einige Ideen. „Im kommenden Jahr könnten wir unsere Wanderausstellung der Stiftung hier aufstellen. Wir könnten junge Forscher hier herholen und Workshops veranstalten“, sagte Morgenstern. Es ist also noch einiges geplant – im neuen alten Museum an der Wangerstraße. Das Haus steht kleinen Gruppen zunächst auf Anfrage offen. Infos und Anmeldung im Schloss:
