JEVER - Nun sind die neuen Strukturen der Kirchenmusik festgeklopft: Klaus Wedel aus Jever wurde bereits mit der Tagung der Frühjahrssynode für den Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven als Kreiskantor gewählt, am vergangenen Sonnabend wurde er bei der Herbsttagung in Jever auch in sein Amt eingeführt. Rund 60 Teilnehmer hatte die Kreissynode, 47 davon waren stimmberechtigt. Vertreten werden hier 31 Kirchengemeinden.

Mit der neuen Struktur in der Kirchenmusik wurde eine 25-Pozent-Stelle eigens für das Kreiskantorat geschaffen. Klaus Wedel übernimmt hier hauptsächlich die organisatorischen Aufgaben. Mit den weiteren 75 Prozent seiner Stelle übt er auch künftig das Kantorat in Jever aus. Weitere Kantoren sind Dorothee Bauer und Thomas Meyer-Bauer (Varel) sowie Markus Nitt (Wilhelmshaven). Kreispfarrer Christian Scheuer führte Klaus Wedel während des Gottesdienstes in der Stadtkirche zu Jever zu Beginn der Synode in das neue Amt ein, Landeskirchenmusikdirektorin Beate Besser assistierte ihm.

Auch Pfarrer Holger Harrack (Jever) hatte hier eine besondere Stunde, denn er hielt aufgrund seines bevorstehenden Ruhestands die Predigt. Harrack wird im Januar verabschiedet. Auch Rainer Ewald (Wilhelmshaven Bant), der aber an der Synode nicht teilnahm, wird im Januar verabschiedet, er war zudem Kreisdiakoniepfarrer.

Während für die Stelle in Wilhelmshaven wohl noch in diesem Jahr die Ausschreibung erfolgen wird, ist der Zeitpunkt für Jever noch nicht klar. Die Synode wählte aber bereits die Nachfolge für die Diakonie, hier übernimmt Dr. Ivonne Buthke (Schortens) das Amt.

Die Synodalen wurden von Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk begrüßt. Sie lobte die Arbeit im Kirchenkreis und forderte: 'Weg mit der protestantischen Bescheidenheit'. Die Kirche leiste in vielen Bereichen sehr gute Arbeit und sollte das auch entsprechend thematisieren. Die Arbeit leide allerdings unter zunehmenden Kirchenaustritten. Vielen Menschen sei die Vielfalt der Arbeit gar nicht bewusst. Hieran müsse sich etwas ändern.

In der Synode war man sich einig, der Mitgliederpflege und der Rückgewinnung wieder mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Gute Resonanz gab es auf die Visitationen. Die neue Form, in der es um 'Besuche' und Unterstützung statt um Kontrolle geht, kommt offenbar gut an. Die Kirchengemeinden sehen hier zunehmend eine Chance zur Weiterentwicklung.

Der stellvertretende Vorsitzende der Kreissynode Karl-Heinz Peters aus Jever berichtete über eine große Fluktuation in den Gemeindekirchenräten. Hintergrund sei wohl eine Verdichtung der Aufgaben und häufig auch Unkenntnis über die hohe Verantwortung, die mit dem Amt einhergehe, meinte Kreispfarrer Christian Scheuer.

So tragen die Gemeindekirchenräte unter anderem Verantwortung für rund 850 hauptamtlich Beschäftigte im Kirchenkreis, treffen Entscheidungen für 18 Kindertagesstätten in denen fast 2 000 Kinder betreut werden und sind auch für die Bewirtschaftung der Friedhöfe verantwortlich. Gleichwohl habe die Anzahl von begleitenden Seminaren stark zugenommen, um die Kirchenältesten zu ihrer Arbeit auch zu befähigen.

Verabschiedet wurde der Haushalt mit einem Volumen von 1,75 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte der Summe wird übrigens in die Arbeit der Familienbildungsstätte investiert und kommt damit den Menschen aller Generationen mit Weiterbildungsangeboten in zwei Familienzentren direkt zugute.

Weiterhin wurde bekannt, dass sich die Telefonseelsorge, die nunmehr seit 25 Jahren im Kirchenkreis besteht, räumlich vergrößern wird. Es sei an der Zeit, den Mitarbeitern, die im Verborgenen arbeiten, moderne Standards zu bieten, sagte Scheuer.