Jever - Es sind drei große Themen aus der Weltpolitik, die auch Jevers Stadtverwaltung beschäftigten: der Ukraine-Krieg, die Pandemie und dadurch bedingte Personalengpässe sowie die Energie-Krise. Darüber hat Jevers Bürgermeister Jan Edo Albers am Dienstag beim Halbjahresgespräch mit Blick auf die vergangenen sechs Monate berichtet.
Ukraine-Krieg
Nach jetzigem Stand soll die Stadt Jever 168 Flüchtlinge ausschließlich aus der Ukraine aufnehmen. Hinzu kommen Flüchtlinge aus anderen Ländern.
98 von den 168 sind bereits in Wohnungen untergebracht, 70 werden demnach noch aufgenommen. Mit Blick auf den Wohnraum sieht das allerdings schwierig aus. „Wir haben zwar noch Wohnungen in Aussicht, aber segeln hart am Wind“, sagte Albers.
Dass die Menschen beispielsweise in einer Turnhalle unterkommen, kommt für den Bürgermeister allerdings nicht infrage. Größere Gebäude, die dafür geeignet wären, stehen der Stadt nicht zur Verfügung. Eine mögliche Lösung: Container. Die Stadt ist dafür im engen Austausch mit dem Landkreis. Denn dafür müsste dann auch die passende Fläche gefunden werden.
Energie-Krise
„Wir werden von Jever aus nicht die Welt retten können“, machte Albers seine Meinung deutlich. „Es gibt kein Hallenbad in Jever, und im Winter ist das Freibad nicht geöffnet“, schloss er größere Kostenfaktoren für sich aus. Ein Konzept, um Energie an einigen Punkten einsparen zu können, wird dennoch erarbeitet.
Der größte Energiefresser der Stadt ist übrigens der Baubetriebshof – das Gebäude ist nicht gut isoliert. Das muss natürlich geändert werden, betonte Albers.
Die durchgehende Straßenbeleuchtung während des Altstadtfestes soll es auf Nachfrage auch in diesem Jahr geben. Gegebenenfalls sollen die Laternen in Außenbereichen nicht die ganze Nacht über brennen, meinte der Bürgermeister. Und was ist mit Ideen, auf Weihnachtsbeleuchtungen in der Innenstadt zu verzichten? „Ich glaube, dass der Effekt vergleichsweise gering ist. Das wäre eine der letzten Maßnahmen, die ich mir vorstellen kann“, sagte Albers.
Corona und Personal
„Die Arbeit geht nicht so flüssig von der Hand wie sonst“, stellte er im Weiteren fest. Auch in der Verwaltung habe es, wie in so vielen Bereichen, Corona-bedingte Ausfälle gegeben – und es gebe sie weiter. Hinzu kamen und kommen altersbedingte Wechsel, die sogar die Fachabteilungsleiter der Stadt betreffen: Neben Andre Heeren (Fachbereichsleiter soziale Dienste), der bereits in den Ruhestand verabschiedet ist, wird Hans-Wilhelm Schaus (Fachbereich Bauen) zum 1. Oktober gehen. Mit Mike Müller (Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters) sowie Kämmerer Dietmar Rüstmann werden im kommenden Jahr dann noch zwei weitere wichtige Säulen die Stadtverwaltung verlassen. Nach einer ersten Ausschreibungsphase ist Jan Edo Albers aber zuversichtlich, die Stellen mit geeigneten Nachfolgern besetzen zu können. Die Bereiche von Rüstmann (Bauen und Finanzen) werden wohl wieder auf zwei Mitarbeiter aufgeteilt werden.
Auch räumlich gesehen stellt sich die Stadt anders auf – breiter. Sie hat den Friseursalon neben dem Rathaus an der Flamenstraat gemietet. Es wird einen Durchbruch zum jetzigen Gebäude geben, berichtete Albers. Etwa fünf bis sechs Arbeitsplätze werden in diesen angemieteten Räumen verortet sein. Zum November soll der Umzug erfolgen. Welcher Bereich dann dort zu finden sein wird, steht noch nicht fest.
