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Maskenwette verloren Jevers Bürgermeister muss beim Lieferdienst helfen

Antje Brüggerhoff

Jever - Sie haben gehofft, dass möglichst viele Masken zusammenkommen – doch damit haben alle drei nicht gerechnet: Sage und schreibe 371 selbst genähte Mund-Nasen-Bedeckungen haben Karin Falkenhof und Dieter Paul im Rahmen der Maskenwette mit Bürgermeister Jan Edo Albers bekommen. „Wollen Sie noch mal nachzählen?“, fragte Falkenhof am Montag herausfordernd. Doch Albers schüttelte nur den Kopf. „Ich sehe auch so, dass es mehr als 101 Masken sind – und ich verloren habe.“

Auf einem Zettel im Schaufenster steht es auch noch mal ganz deutlich: „Wette verloren, Herr Bürgermeister“. Doch der ist darüber gar nicht traurig. Denn die Aktion ist schließlich für einen guten Zweck – und insgeheim hatte Albers die ganze Zeit über gehofft, dass er verliert.

Am Anfang sah es danach gar nicht aus. „Es ging wirklich schleppend los“, sagte Karin Falkenhof. „Doch dann kamen auf einmal ganz viele Masken ...“ Und sie und Dieter Paul kamen aus dem Zählen gar nicht mehr heraus. Zwei Wochen lang, bis Sonntag um 12 Uhr, konnten die Masken abgegeben werden. „Da hat die Turmuhr geläutet und die 371. Maske wurde in dem Moment noch hereingegeben. Das war ein schöner Moment“, erinnerte sich Karin Falkenhof.

Eigentlich lautete die Wette, dass die beiden jeverschen Geschäftsleute der Langen Meile 101 selbst genähte Masken mit einem Bezug zur Stadt Jever bekommen sollen. Herausgekommen sind schließlich aber deutlich mehr.

Masken hängen im Schaufenster an der Wäscheleine

Und darüber freuen sich alle. „Die Aktion zeigt, wie kreativ die Menschen in Jever trotz dieser Krise sind und wie kreativ sie damit umgehen“, sagte Jan Edo Albers, der jetzt natürlich seine Wettschuld einlösen muss: an einem Abend einen Gastronomen beim Lieferdienst unterstützen. „Zuerst werde ich dem Café Maria helfen – und weil so viele Masken zusammengekommen sind, werden wir noch einen zweiten Namen auslosen, dem ich ebenfalls helfen werde“, kündigte Albers an.

Die Masken hängen jetzt bei Dieter Paul im Schaufenster an einer Wäscheleine. Denn die Aktion ist noch nicht zu Ende. Bis Donnerstag können alle die Masken anschauen und ihr Lieblingsexemplar wählen. An den jeweiligen Wäscheklammern stehen Nummern. Wer seine Lieblingsmaske gefunden hat, der kann die Nummer im Laden auf einen Zettel schreiben. Die drei fleißigen Näher, die am meisten Stimmen für ihre Maske bekommen, gewinnen Preise. Erster und zweiter Platz: je ein Gutschein von Jever Aktiv (30 Euro) und der Jeverländer Speisenkammer (25 Euro); dritter Platz: ein fair gehandelter Blumenstrauß (25 Euro). Karin Falkenhof und Dieter Paul können gar nicht sagen, welche Maske sie selbst am schönsten finden. „Die sind alle gleich gut – und jede erzählt ihre eigene Geschichte“, sagt Paul. „Welche das ist, haben die Jeveraner uns beim Abgeben der Masken erzählt – wie sie entstanden sind, wie sie auf die Motive gekommen sind. Das waren wirklich schöne Momente.“ Deshalb danken die beiden auch nochmals alle, die sich an dieser Aktion beteiligt haben.

Am Freitag geht es dann weiter: Ab 10 Uhr werden die Masken bei Dieter Paul am Laden verkauft. Alle Einnahmen gehen an den Verein Menschenkinder.

Wie alles begann

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