JEVER - Die niedersächsische Wasserwirtschaft hat große Bedenken gegen die geplante Erschließung neuer Gasvorkommen durch das sogenannte Fracking. Bei dieser Fördermethode werden gewaltige Mengen mit Chemikalien versetzten Wassers durch tiefe Bohrlöcher in unterirdisches Stein gepresst, um dort vorhandenes Erdgas aus dem Gestein zu lösen. Die Wasserverbände in Niedersachsen befürchten, dass Trinkwasservorräte durch die eingesetzten Chemikalien kontaminiert werden könnten. Das sei in einzelnen Fällen schon vorgekommen, sagte Godehard Hennies, Geschäftsführer des Wasserverbandstages Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, in einem Pressegespräch während der zweitägigen Klausurtagung der Verbände der Siedlungswasserwirtschaft im Schützenhof in Jever.

Hennies forderte, dass die Trinkwasserschutzgebiete, die etwa 15 Prozent der Landesfläche Niedersachsens ausmachen, komplett aus den potenziell für das Fracking-Verfahren vorgesehenen Gebieten herausgenommen werden müssten. 'Finger weg von Trinkwassergewinnungsgebieten', appellierte Hennies an die Politik, und er sei sich sicher, 'dass die Politiker das verstehen.'

Im Verband der Siedlungswasserwirtschaft, der auf Einladung des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) in Jever tagte, sind 90 niedersächsische Verbände zusammengeschlossen. Der OOWV ist unter ihnen einer der ganz großen. Die Verbände engagieren sich für eine langfristige und nachhaltige Trinkwasserpolitik, um die Vorräte auch für die nächsten Generationen zu sichern. Dazu setzen die Verbände auf eine enge Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft und sie engagieren sich selbst vielfach im Bereich der Abwasserentsorgung und -reinigung.

Die Tagung von 35 Hauptgeschäftsführern der Wasserbeschaffungsverbände ist gestern zu Ende gegangen.