Jever - Mit geübten Handgriffen drehte Marianne Feldmann die Haare von Marc Zakrzewski um den Lockenstab. Vor einem halben Jahr hat sie das Berufsfeld Körperpflege mit dem Schwerpunkt Friseurtechnik an den berufsbildenden Schulen Jever angefangen. Andrea Krüsselmann stellte die Abteilung mit ihren Schülern auf der Ausbildungsmesse vor. „Wir waren schon bei der ersten Messe mit dabei“, berichtete die Lehrerin. „Das ist ja auch Werbung für unsere Schulform.“
„Es macht Spaß, wir haben viel Praxisübung, aber auch Theorie“, erzählte Marianne Feldmann. Theorie in der Friseurtechnik beschäftigt sich unter anderem mit Haaraufbau, den Geräten und dem Umgang mit den Kunden. Und nach dem Abschluss an den BBS? „Ich möchte dann eine Ausbildung im Friseursalon machen“, sagte die junge Frau, die in ihrer Freizeit begeistert boßelt.
Etwa 40 Aussteller füllten die Flure und Aula der berufsbildenden Schulen Jever gestern. „Das Angebot ist sehr breitgefächert“, freute sich Ronald Eilts. „Von Pflegeberufen über Logistik und Fahrradmonteure zu den Landkreisen Friesland und Wittmund ist alles dabei.“
Initiiert hatte Eilts die Messe zusammen mit der Schulleitung, der Bundesagentur für Arbeit, der Kreishandwerkerschaft Jade und der Bildungsregion Friesland. „Am liebsten würden wir in Zukunft stärker landkreisübergreifend Firmen mit ins Boot holen“, sagte Eilts. Eine Fortsetzung der Messe sei in jedem Fall im Sinne der Schule. „Wir als berufsbildende Schulen stehen an der Front“, führte er fort, „die Unternehmen suchen Fachkräfte und unsere Schüler Ausbildungsplätze nach dem Abschluss.“
So zum Beispiel Torben Alexander-Wolken. Der 19-Jährige hat den Schwerpunkt Wirtschaft gewählt und wird in eineinhalb Jahren sein Abitur machen. „Hier kann ich schon einmal gucken, was ich nach dem Abschluss machen kann“, sagte er über die Messe. Alexander-Wolken hat auch schon einen Berufswunsch: Mediengestalter. Ein Praktikum beim Verlag Brune-Mettcker in Jever hat er bereits absolviert. Über den Ausbildungsberuf konnte er sich gleich am Stand des Verlags von Thomke Müller informieren lassen. „Das Wichtigste ist das eigene Interesse“, sagte die Auszubildende der Mediengestaltung.
Am häufigsten wurden die Stände angesteuert, an denen etwas ausprobiert werden konnte. „Da ist die Hemmschwelle geringer, an den Stand heranzutreten“, erklärte Ronald Eilts. Bei der Gesundheits- und Krankenpflegeschule des Nordwest-Krankenhauses Sanderbusch konnten die Schüler probieren, die menschlichen Organe an einer Kunststofffigur wieder richtig einzusetzen – gar nicht so einfach, wie sich herausstellte.
