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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Jever

Alte Kunst: Tief- und Flachdruck zum Kennenlernen

06.12.2019

Jever „Wir sind eine Workshop-Gruppe, die sich wöchentlich einmal trifft“, erzählt Joachim Beck und zeigt die eindrucksvollen Druckmaschinen für Lithografie und Radierungen. Die Mitglieder der Lithografie- und Radierwerkstatt des Künstlerforums Jever präsentierten ihre Druckkunst bereits intern, im Bürgerhaus Schortens und in Jevers Partnerstadt Zerbst im Rathaus.

Künstler Dieter Wendel beschreibt die Radierung, bei der es sich um ein Tiefdruckverfahren handelt. Die Zeichnung wird direkt mit einer Radiernadel auf der Kupferplatte eingeritzt. Eine weitere Variante ist die Ätzradierung, bei der das gewünschte Motiv in die zunächst aufgetragene weiche Schicht gekratzt und schließlich eine Ätzflüssigkeit aufgetragen wird. Bei seinen Weihnachtspostkarten, die er im Freundes- und familiären Kreis verschenken möchte, hat er beide Verfahren angewandt. Dafür benötigt er fünf, sechs Stunden.

Währenddessen widmet sich Margareta Hihn der Lithografie. Dieses Flachdruckverfahren basiert auf den chemischen Eigenschaften des Steins, die einen ebenerdigen Druck, also einen Flachdruck, ermöglichen. Dabei geht es ums Prinzip der fettfreundlichen und fettabstoßenden Partien, wodurch mit Ätze die zu druckenden Flächen verstärkt werden – ein langwieriger und komplexer Prozess.

Die großen Steinplatten wiegen dabei rund 40, die kleineren schon fast 25 Kilogramm. Sie bestehen aus sechs Millionen Jahre altem Juraschiefer, Muschelkalk und ähnlichem, der in Solnhofen in Bayern gebrochen wird.

Vor 30 Jahren, als das Künstlerforum entstand, wurden die beiden Druckmaschinen für Lithografie und Radierungen angeschafft, die schwarz-goldene Buchdruckmaschine am Eingang war ein Geschenk und ist schon deutlich älter. Künstlerforums- Vorsitzender Michael Schmitt ist besonders stolz auf die Maschine.

„Wir mussten sie aber sichern, damit die Kinder nicht an ihr herumspielen und vielleicht die Finger einklemmen“, sagt Schmitt.

Für die nächste Wanderausstellung ab März ist bereits ein Titel gefunden: „Naturfluss“. Die Mitglieder der Lithografie- und Radierwerkstatt des Künstlerforums Jever machen sich schon Gedanken über mögliche Motive. Sie freuen sich auch über neue Mitglieder. „Wir sind zwar alle alte Hasen an den Druckmaschinen, aber Laien sind auch willkommen.“ Sie treffen sich jeden Dienstag zwischen 14 und 17 Uhr und hoffen, dass die Druckkunst nicht in Vergessenheit gerät.

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