Jever - Die Entscheidung der Landesregierung, dass Schüler in den drei letzten Tagen vor den Weihnachtsferien vom Präsenzunterricht abgemeldet werden können, stößt auf Kritik der Schulleitungen. Der Schulleitungsverband Niedersachsen bezeichnet den Umstand, dass vom 20. bis 22. Dezember jeder machen könne, was er wolle, als „halbherzig“. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte am Freitag die Regelung mit Hinweis auf Familien mit besonders schutzbedürftigen Angehörigen verkündet.
Hunderte Abmeldungen erwartet
Jürgen Ploeger-Lobeck, Schulleiter des Mariengymnasiums Jever (MG), erwartet „Hunderte Abmeldungen, pro Klasse sehr unterschiedliche Verteilungen von Schülerinnen und Schülern, die anwesend und die zu Hause sind, sodass letztlich kaum eine Lernprogression in den drei Tagen zu erwarten ist“.
Er kritisiert, dass der Kultusminister den Präsenzunterricht als höchstes Bildungsgut darstelle, die Aussetzung des Präsenzunterrichts dem aber völlig zuwiderlaufe. Der Schulleiter: „Entweder Präsenzunterricht ist unersetzlich wichtig, auch in einer sehr angespannten pandemischen Lage, dann wäre es konsequent gewesen, die Weihnachtsferien einfach bei den bisherigen Daten zu belassen. Oder man sieht die häusliche Isolation vor Weihnachten als wichtiger an, dann hätte man die Ferien vorziehen können.“
Keine Klausuren angesetzt
Froh sein könne man am MG, dass für die letzten drei Tage keine regulären Oberstufenklausuren angesetzt seien, „denn die sind ja am Freitag kurzerhand auch kassiert worden, sodass den betreffenden Schulen kaum mehr Reaktionsmöglichkeiten blieben“.
