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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Jever

Was bleibt: Ein hohler Stamm

25.10.2019

Jever Wenige Stunden und der Baum ist weg: Seit Mittwoch steht von der mächtigen Blutbuche an Frl. Marien-Straße in Jever nur noch ein Stumpf. Der noch immer mächtige Stumpf bleibt vorerst stehen – er kann Insekten und Vögeln als Bruthöhle dienen.

Gefällt werden musste die Blutbuche, weil sie von einem Pilz befallen ist – und dadurch stelle sie eine Gefahr für Passanten und Gebäude dar, so die Stadtverwaltung Jever. Der Pilz zeigt sich als schwarze Verfärbung der Borke – vor allem unter dem mächtigen Wulst überm Fuß des Baums sind die Verfärbungen gut zu sehen. Im Inneren des Baumes hat der Pilz bereits einen Hohlraum entstehen lassen. Und dadurch ist der Baum nicht mehr standsicher.

Holzzersetzender Pilz

Die Blutbuche zu fällen, sei unumgänglich gewesen. „Es ist traurig, aber der Baum musste weg. Im schlimmsten Fall hätte er umstürzen und auf die gegenüberliegenden Häuser fallen können.Neben Sachschäden wären auch Passanten in Gefahr gewesen“, sagt Ralph Werdermann vom Bauhof Jever. „Das Baumsterben durch Pilz nimmt zu, da die Bäume in den vergangenen Jahren mit starker Trockenheit zu kämpfen hatten“, sagt er.

Seit 7.30 Uhr waren Ralph Werdermann und seine Kollegen vom Bauhof mit den Fällarbeiten beschäftigt. Im Vorfeld wurde die Frl. Marien-Straße für Fahrzeuge und Fußgänger gesperrt. Weil der Baum zu groß zum Fällen ist, wurde er Stück für Stück von oben nach unten zerlegt.

Der Baumstumpf bleibt vorerst stehen. Noch ist offen, ob und wie er gefällt und der Wurzelstock gerodet wird, sagt Philipp Berens von der Stadtverwaltung. Bis dahin könne er noch als Unterschlupf und Nahrungsquelle für Tiere dienen. Die abgesägten Äste werden als Brennholz abgegeben.

Stolze 200 Jahre alt

Wie Philipp Berens berichtet, war der Pilzbefall im Rahmen der Baumkontrollen im Sommer festgestellt worden. Danach hatte die Stadt von einem externen Unternehmen ein Gutachten zur Standsicherheit der Blutbuche erstellen lassen. Das ergab, dass die Standsicherheit langfristig nicht gegeben sei und der Baum aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden sollte. Seitdem stand der Baum permanent unter Beobachtung.

Befallen ist die Blutbuche von einem Hallimasch. Er befällt bevorzugt geschwächte Bäume, dringt über Wunden oder über die Rinde der Wurzeln ein. Er wächst im Bast zwischen Rinde und Holz weiter und tötet dort das Gewebe ab. Befällt der Pilz den Kern, fault der Baum von innen. In den Hohlraum im Stamm der Blutbuche passt ein kompletter Besenstil, an der Borke lässt sich mit bloßem Auge der Pilz in Form von schwarzen Flecken ausmachen.

Die gefällte Blutbuche wird auf stolze 200 Jahre geschätzt – sie stammt also aus den Anfangsjahren der zur Parkanlage umgebauten Stadtverteidigung.

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