JEVER/LEERHAFE/MÜNCHEN - Nein, in die Wiege gelegt war ihm der Beruf des Mediziners nicht. Sein Vater Diedrich Müller – Pastor in Leerhafe – war von der Idee, dass sein Sohn Arzt werden wollte, gar nicht angetan. 'Er hatte sich so sehr gewünscht, dass ich Theologie studiere. Als Pastor hatte er geradezu eine Aversion gegen die ,Halbgötter in Weiß’', schreibt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. An diesem Punkt sollte sein Vater später seine Meinung ändern. Der Mannschaftsarzt des FC Bayern München und der des deutschen National-Teams hat jetzt seine Biografie unter dem Titel 'Mit den Händen sehen' veröffentlicht.
Kindheit, Jugend und Aufbruch nehmen darin einen großen Raum ein. Über sein Elternhaus ('mein Fundament') in Leerhafe, über das Leben im Dorf, in der Schule (später in Wittmund und auf dem Mariengymnasium Jever) berichtet der Autor sehr detailliert, und man spürt, dass ihn diese Zeit bis heute prägt. Aber natürlich auch die medizinisch-sportliche Karriere von 'Mull', wie Müller-Wohlfahrt inzwischen von allen genannt wird – die Zeit mit Beckenbauer, Hoeneß, Hitzfeld, Heynckes, Jogi Löw und einigen mehr. Viele von diesen Koryphäen kommen im Buch zu Wort. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt schätzt sie alle sehr und sie ihn. Er kommt mit allen gut klar. Bis auf einen. Mit Pep Guardiola überwirft er sich, findet ihn nicht sympathisch.
