Jever - Nachdem die Webcam über dem Saatkrähennest im Schlosspark abgeschaltet worden ist, weil die Jungen flügge sind und das Nest verlassen haben, ist nun seit einiger Zeit eine andere Kamera eingeschaltet worden: Das Brutgeschehen von Rauchschwalben kann nun beobachtet werden. Hier muss man allerdings schon sehr genau aufpassen, um etwas mitzubekommen – denn die Schwalben bewegen sich ziemlich flink.
Die Kamera befindet sich am Schloss-Torbogen und ist ebenfalls Teil des Projekts „Live dabei“. An dem Projekt beteiligt sind das Schlossmuseum Jever, die Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz Jever (WAU), die Mobile Umweltbildung (Mobilum) des Naturschutzbundes (Nabu) Niedersachsen sowie der Nabu Jever und umzu.
Jungen von Renja sind bereits geschlüpft
In diesem Jahr haben die Schwalben wegen der kühlen Witterung im April und Mai erst spät mit der Brut begonnen, doch seit einiger Zeit ist das alte Rauchschwalbennest im Torbogen zum Schloss-Innenhof wieder bezogen. Im Juni saß das Weibchen bereits auf den Eiern. Inzwischen sind die Jungen schon geschlüpft und es lässt sich gut beobachten, wie sie regelmäßig gefüttert werden.
Während ihre nahe Verwandte, die Mehlschwalbe, ihr Nest bevorzugt an Außenwänden von Gebäuden baut, zieht die Rauchschwalbe Innenräume wie Stallungen und Bauernhausdielen vor, brütet aber auch in Toren oder unter Dachüberständen.
Schwalben im oder am Haus wurden früher als Glücksbringer geschätzt, heute ärgern sich viele Menschen dagegen über mögliche Verunreinigungen durch Kot und herabfallendes Nistmaterial. Dem kann man allerdings durch das Anbringen von Brettern unter dem Nest leicht abhelfen, rät der Nabu.
Rauchschwalbe gilt als „in ihrem Bestand gefährdet“
Auf jeden Fall sollten Ansiedlungen von Schwalben gefördert werden, steht die Rauchschwalbe doch als „in ihrem Bestand gefährdet“ auf der Roten Liste Deutschlands und die Mehlschwalbe auf der Vorwarnliste, macht der Nabu Niedersachsen deutlich.
Die brütende Saatkrähe hatte den Namen Mathilde erhalten, die brütende Rauchschwalbe wurde Renja getauft. Sie wurde nach der Praktikantin des Schlossmuseums, die im vergangenen Jahr das Projekt betreut hat, benannt. Wer „live dabei“ sein und Rauchschwalbe Renja und ihre Familie beobachten möchte, kann das im Internet tun unter:
