JEVER - Nach zwei Stunden Diskussion über Ärztemangel auf dem Land und katastrophale Entwicklungen im Gesundheitswesen verließ so mancher Zuhörer am Dienstagabend den Graf-Anton-Günther-Saal mit dem Gedanken: Bloß nicht krank werden!
Das wünschen wir uns alle, doch wenn es trotzdem soweit ist, heißt es: warten. Warten auf einen Termin, eine Facharztüberweisung oder einfach nur sitzen - im Wartezimmer.
'Bloß nicht krank werden!'
Vor dem Hintergrund, dass bundesweit jede vierte Hausarztstelle derzeit unbesetzt bleibt (Ärzteblatt), rief die Statistik, nach der Friesland eine Hausarzt-Ü;berversorgung besitzen soll, nur Kopfschütteln hervor. Da klaffen Theorie und Praxis weit auseinander.
Momentan hat die Kreisstadt Jever zum Beispiel keinen Kinderarzt mehr. Darauf von Marianne Rasenack angesprochen, konnte Dr. Andreas Klose nur soviel preisgeben, dass die Kassenärztliche Vereinigung (KV) an dem Problem dran sei. 'Zum 1. Januar soll hier wieder eine Tätigkeit aufgenommen werden, das ist zumindest zugesagt worden', so Klose, der um die große Ü;berbelastung der Kinderärzte weiß. Enorm viele Vorsorgeuntersuchungen und immer weniger Kinderkliniken, die ausbilden, seien nur zwei Gründe, die zu der Misere führten.
Und genau die Entwicklung bekommen dann wiederum die Hausärzte zu spüren, wie Sascha Leffringhausen, Hausarzt in Jever, als Publikumsteilnehmer bestätigte. 'Ich habe dann die Kinder bei mir in der Praxis. Ich wäre froh über jede Unterstützung, aber Jever ist als Zulassungsbezirk noch gesperrt', kritisierte der Jeveraner.
Stellen bleiben gesperrt, obwohl ein Arzt verstorben ist
Ein Sitz sei weggefallen, da der Arzt gestorben ist, aber nicht nachbesetzt worden. Eine junge Kollegin möchte sich gern in Jever niederlassen, was aber aufgrund der Sperre schlichtweg nicht möglich sei, so Leffringhausen, der ab Montag in seiner Praxis einen Versuchsballon startet: die Schnellsprechstunde. Patienten erhalten extrem kurzfristig einen Kurz- Termin nach dem Motto: eine Frage - eine Antwort - drei Minuten. 'Ziel ist es, mehr Ruhe in die Praxis zu bringen und längere Wartezeiten zu vermeiden', sagte Leffringhausen aufWOCHENBLATT-Nachfrage.
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