Jever/Mettmann - Auch wenn es allen wie ein Märchen vorkommen mag, die heute nach einem geeigneten Haus suchen und am leer gefegten Immobilienmarkt verzweifeln: Diese Geschichte ist wahr und hat sich so zugetragen.
Wir schreiben das Jahr 2010. Hilke Schlüter, die ihre Kinder- und Jugendzeit als Hilke Löll in Jever verbracht hat, wohnt mit ihrem Mann Philipp in Erkrath, nicht weit von Düsseldorf. Das Paar hat einen kleinen Sohn und lebt in einer Mietwohnung. Das soll aber nicht immer so bleiben. Deshalb machen sich die Schlüters auf die Suche nach einem Einfamilienhaus, das ihrem ältesten Sohn und seinen künftigen Geschwistern genügend Platz zum Spielen bieten soll.
Doch das Unterfangen stellt sich als sehr schwierig heraus, auch wenn der Immobilienmarkt zu dieser Zeit noch nicht so angespannt ist wie heute. Es steht eine Vielzahl von Objekten zum Verkauf, doch das eine ist zu groß, das andere zu klein, beim dritten stimmt die Lage nicht. Außerdem merkt das junge Paar schnell, dass Erkrath einfach zu teuer ist. Man einigt sich darauf, den Radius weiter zu schlagen. Doch trotz intensiver Suche will sich einfach nichts Richtiges finden lassen.
Natürlich haben die Schlüters da schon längst das getan, was alle Immobiliensuchenden tun: Sie haben Makler eingeschaltet und ihre Kaufabsichten im Freundes- und Bekanntenkreis gestreut.
„Eines Tages dann bot ein Makler ein Grundstück in Mettmann an“, erzählt Hilke Schlüter, die mit ihren Brüdern auf dem jeverschen Lükenshof eine unbeschwerte und freie Kindheit hatte. Ländliches Wohnen war ihr also nicht fremd, und ihr Mann Philipp machte sich zielstrebig auf den Weg nach Mettmann, um sich mit dem Makler zu treffen und besagtes Baugrundstück in einem kleinen Wohngebiet zu besichtigen.
Doch seine Euphorie war schnell verflogen. Das Grundstück war einfach zu klein. Während er noch auf den Makler wartete, kam der junge Mann mit einem Ehepaar ins Gespräch, das im Garten nebenan werkelte. Der frustrierte Familienvater berichtete über seine erfolglose Immobiliensuche und konnte es kaum fassen, als das Paar ihm ein Angebot machte: „Sie suchen ein Haus? Wir haben gleich um die Ecke eins zu verkaufen.“ Natürlich schaute Schlüter sich das Haus sofort von außen an – und er war angetan. So kam er mit der erfreulichen Nachricht nach Hause, dass das Grundstück zwar nichts gewesen sei, in unmittelbarer Nachbarschaft aber ein interessantes Haus zum Verkauf stehe. Von innen wurde das Haus wenige Tage später besichtigt. Nein, so wie es war, war es nicht unbedingt der Traum der Schlüters. Aber sie hatten genügend Fantasie, um sich vorzustellen, was man aus diesem Haus in guter Lage und mit großem Grundstück alles machen konnte. Man war sich mit den Besitzern schnell über den Kaufpreis einig und wartete ungeduldig, bis das Haus frei wurde.
Am 1. April 2011 war es dann so weit: Die Schlüters konnten in ihr Märchen-Haus. Setzten es dank einer großen Helferschar in Windeseile „auf Rohbau“ zurück und gestalteten es ganz nach ihren Wünschen. Drei Monate später konnte die junge Familie einziehen, gerade rechtzeitig vor der Geburt ihrer Tochter Inken. Und auch für den dritten im Bunde, den vierjährigen Felix, bietet das Haus genügend Platz. Manchmal muss man einfach nur Glück haben …
