Jever - Ein aus Lehm geformter Waldtroll, Brennnessel-Tee, mithilfe von Sonnenkraft aufgebrüht, und hölzerne „Elfenstäbe“: Eine zauberhafte „xperimenta“ liegt hinter 24 Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren sowie elf Betreuern. Das Ferienangebot des Jugendhauses Jever in Kooperation mit dem Stadtjugendring und dem Regionalen Umweltzentrum Schortens feierte am Samstag seinen Abschluss. Gefördert wurde die Aktion von der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung.
Bei der diesjährigen „xperimenta“ arbeiteten die Kinder sechs Tage beim Naturerlebnisort (Neo) in Jever, um die Natur und einander besser kennenzulernen – alles Corona-konform. Gebastelt, geschnitzt und gekocht wurde an der frischen Luft und stets in kleinen Gruppen.
Zum Abschluss kamen viele Eltern und Bekannte
Die Kinder arbeiteten an fünf Stationen. Unter anderem kochten sie auf einem Solarkocher, aus frischen Brennnesseln einen Tee. Zugang zum Element Erde hatten die Kinder beim Bau eines Lehmofens. Dafür sammelten sie am Mühlentief Lehm, aus dem sie später den Ofen formten – und in dem backten sie am Samstag viele kleine Pizzen. „Im Ofen herrschen etwa 300 Grad“, erklärte Jugendhaus-Leiter Detlef Berger. An der Wasserstation selbst ein Floß zu bauen, das war für die Kinder ein weiterer Höhepunkt. Bei den heißen Temperaturen am Wochenende war es auch nicht schlimm, wenn der eine oder andere mal im Wasser landete.
Zum Abschluss am Samstag kamen viele Eltern und Bekannte: Sie waren neugierig, woran die Kinder in der vergangenen Woche gearbeitet hatten. So ließ es sich auch ein Vater, der erst am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen worden war, nicht nehmen, bei seinen vier Söhnen vorbeizuschauen. Stolz führten manche Kinder ihre Eltern auf dem Gelände hinter der Jugendherberge herum.
Im September soll es ein weiteres Treffen geben
Die Begeisterung war sowohl bei der Verantwortlichen Ina Berger, Beauftragte für die Kinderkultur im Jugendhaus, als auch bei den Kindern selbst zu spüren. „Die Kinder leiden in der Corona-Zeit. Vieles wurde abgesagt. Daher war dieses Projekt jetzt umso wichtiger“, sagte Ina Berger. Die Mädchen und Jungen bestätigen das: „Es war einfach eine gute Abwechslung“, meinte zum Beispiel die zwölfjährige Indra aus Jever. Abwechslung erlebte wohl auch der neue Bundesfreiwilligendienstler (Bufdi) Jakob Bleeker aus Horumersiel. Der 19-Jährige beginnt am heutigen Montag offiziell seinen Dienst im Jugendhaus Jever. Bei der „xperimenta“ war er schon jetzt dabei. „Das war für mich sozusagen meine Aufwärm-xperimenta“, sagte er.
Im kommenden Jahr kann Jakob dann schon bei der Planung dabei sein. Und Ideen fürs nächste Mal gibt es schon jetzt: Ina Berger spricht zum Beispiel von einem Platz zum Töpfern und einer Bildhauer-Station.
Erst einmal wird der Platz beim Neo so bestehen bleiben, damit ihn auch andere nutzen können. Im September wird es dann noch einmal ein Nachtreffen der diesjährigen „xperimenta“-Teilnehmer geben.
