JEVER - Der Zweckverband Abfallwirtschaftszentrum Wiefels hat einen neuen Vorsitzenden. In der konstituierenden Sitzung am Mittwoch im Kreisamt Jever wurde der Grünen-Kreistagsabgeordnete Dirk von Polenz (49) einstimmig zum Nachfolger von Dietrich Gabbey (SPD) aus Hooksiel gewählt, der bei der Kommunalwahl nicht mehr kandidiert hat. Der Landkreis Friesland ist gemeinsam mit dem Landkreis Wittmund Träger des Zweckverbands, der das Abfallwirtschaftszentrum auf der Deponie in Wiefels betreibt.
Die stellvertretende Vorsitzende kommt aus Wittmund: Auch die Wahl der CDU-Kreistagsabgeordneten Birgit Becker (50) fiel einstimmig aus. Sie ist die einzige Frau in dem Gremium.
„Da haben wir richtiges Fachpersonal“, stellte Wittmunds Landrat Matthias Köring mit Blick auf die biologischen Abfallbehandlungsmethoden auf der Deponie in Wiefels fest. Dirk von Polenz, der auch den Kreis-Umweltausschuss leitet und zudem Friesland in der Naturschutzstiftung Friesland-Wittmund-Wilhelmshaven vertritt, ist Diplom-Biologe und Fachkraft für Umweltschutz. Birgit Decker ist Chemielaborantin, hat sich lange mit organischer Chemie beschäftigt und war zudem in der meeresbiologische Forschungseinrichtung in Carolinensiel tätig.
Vertreter der beiden Vorsitzenden im Verbandsausschuss sind Michael Ramke (55) aus Sande und Holger Kirchhoff (44) aus Burhafe – letzterer ist übrigens Facharbeiter für Umweltschutz und Betriebsleiter der Kläranlage in Harlesiel – und ist somit ebenfalls „vom Fach“.
Die Verbandsversammlung ist das Aufsichtsgremium für den Zweckverband, der für die Müllentsorgung in Friesland und Wittmund zuständig ist und zudem als Dienstleister auch Müll aus anderen Landkreisen entsorgt. Das Haushaltsvolumen des Zweckverbands beläuft sich auf 16 Millionen Euro, von der Strategie des Verbands hängt auch die Höhe der Abfallgebühren in Friesland und Wittmund ab.
Wie berichtet, setzt der Zweckverband in Wiefels auf eine mechanisch-biologische Abfallbehandlung und hat im vorigen Jahr in eine politisch umstrittene Trockenvergärungsanlage investiert, um Kapazitätslücken zu schließen. Dieses Konzept geht offenbar auf: Nach Angaben von Geschäftsführer Lothar Arlinghaus kann dank der neuen Anlage seit Juli der Abfall komplett in Wiefels verarbeitet werden.
