Jever - Die Sensation über den damaligen Fund eines bedeutenden römischen Münzschatzes in so nördlichen Breitengraden hält bis heute an. Daraus machte die Leiterin des Schlossmuseum, Prof. Dr. Antje Sander, bei der Ausstellungseröffnung kein Geheimnis. Ziemlich genau vor 162 Jahren, am 5. März 1850, wurde der Schatz beim Abriss des Albani-Tors in 1,50 Metern Tiefe gefunden.
Eigentlich habe aber bislang eine umfassende Veröffentlichung zum Fund und zu seinen größeren historischen Zusammenhängen gefehlt. Diese Lücke schlossen jetzt zehn Studierende der Universität Oldenburg und der Oldenburger Landesverein für Geschichte, Natur- und Heimatkunde, der eine Publikation in der Reihe Oldenburger Forschungen in Auftrag gab.
Die Ausstellung Für bare Münze? Der römische Münzschatz von Jever unter der Lupe zeigt im Obergeschoss des Schlosses etwa 50 der ursprünglich 5000 Stück umfassenden Silberdenare aus der Zeit des Römischen Reiches. Der Fund habe damals die Gründung des Oldenburgischen Landesvereins maßgeblich gefördert, stellte eingangs dessen Schriftführer Torben Koopmann fest. Gab es doch bis dahin keine passende Einrichtung für eine angemessene Aufbereitung.
In einem kurzen Abriss bewertete Dr. Martin Lindner, Historiker an der Universität Göttingen, Fundort und Zeitpunkt im Land der Chauken mit römischen Siedlungen im Gebiet von Magna Germania. Kleinere Militariafunde aus dem 2. Jahrhundert n.Chr. lieferten wenig Aussagen über römische Besiedlungsstrukturen. Daher stelle der Schatz von Jever alles in den Schatten und begeistere die Wissenschaft sämtlicher Disziplinen.
Diese Freude habe auch die Studentengruppe in der zurückliegenden wissenschaftlich-praktischen Zusammenarbeit beim Sichten und Zusammenstellen der Ausstellung empfunden, sagte stellvertretend Deborah Pischel: Der Schatz, wie wir Fund und Präsentation nannten, war bei unserer Arbeit zentral und allgegenwärtig.
Dabei seien wichtige Aspekte zu berücksichtigen gewesen, wie etwa Fragen nach den Auftraggebern von Münzen, Prägemotive aber auch die Darstellung des damaligen Umfeldes sowie der Fund 2000 Jahre später und dessen Verwahrung.
