Jever - Wer einen Garten hat, kennt das: Es sind immer Wünsche offen. Der jeversche Schlosspark ist letztlich auch nur ein Garten, ein 200-jähriger englischer Landschaftsgarten, und für den hatte Museumsleiterin Prof. Dr. Antje Sander einen Wunsch. Sie wünschte sich im vergangenen Jahr auf der Feier anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Stiftung Schloss Jever einen Walnussbaum.

Dieser Wunsch wurde gehört – privat übernahm Silke Vogelbusch die Kosten für den etwa 15 Jahre alten Baum, den Schlossgärtner Thomas Werner im Ammerland besorgte und am Donnerstag an einem schönen Plätzchen im Schlossgarten pflanzte. Silke Vogelbusch wohnt seit eineinhalb Jahren in der Marienstadt, und hält sich nach eigenem Bekunden gern im Schlossgarten auf.

Für den symbolischen Spatenstich hatte die Stiftung eine Feierstunde im Freien organisiert, und dafür gab es einen zweiten schönen Anlass. Wie Stiftungsvorsitzender Hermann Neunaber ausführte, sind nämlich außer der Spende für den Walnussbaum weitere Spenden eingegangen – dafür wurde eine ebenfalls schon mehrere Jahre alte Esskastanie gekauft, die gegenüber dem Mariengymnasium in die Erde kam – beide Baumarten können mehr als 30 Meter hoch wachsen und ausladende Kronen ausbilden. Die Ess- oder Edelkastanie steht am Standort einer vor Jahren gefällten Eiche und soll einmal einen Sichtschutz zur Schule bilden. Auch dort zelebrierte der Stiftungsvorstand einen symbolischen Spatenstich für alle Spender.

Hermann Neunaber verglich die Bäume mit der Geschichte der Stiftung. Die sei auch „ein Baum der Hoffnung, der Früchte trägt“. Antje Sander, die als Neunabers Stellvertreterin im Stiftungsvorstand sowie als Gastgeberin das Wort ergriff, berichtete, dass Walnuss und Esskastanie in Landschaftsgärten häufige und beliebte Bäume seien. Mit der Walnuss als „nährender Pflanze“ hätten sich Herrscher ihrem Volk gern als „gute Fürsten“ präsentiert, das gelte ebenso für die Esskastanie. Alles in allem sind für die beiden Bäume etwa 1800 Euro zusammengekommen, die reichten aus, um auch den Transport zu bezahlen. Mittelfristig sollen um die Stämme insektenfreundliche Pflanzen gesetzt werden. Bis zum Genuss der ersten Walnüsse wird viel Zeit vergehen – die Bäume blühen frühestens nach 20 Jahren und bilden die Früchte aus. Erst nach 40 Jahren ist mit hohen Erträgen zu rechnen. Die Esskastanie könnte schon in den nächsten Jahren Früchte tragen.

Christoph Hinz
Christoph Hinz Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt