JEVER - Der Zahn der Zeit hat den hölzernen Antrieben in der Schlachtmühle zugesetzt. Und vor allem die Holzwürmer. Das Kammrad steht still, kann die Kraft des Windes nicht auf die Mahlsteine übertragen. Wird das Rad in Schwung gesetzt, besteht die Gefahr, dass beim Abbremsen die Kämme brechen.

Die Schlachtmühle ist ein jeversches Wahrzeichen und eben auch ins Alter gekommen. Nun bemühen sich die ehrenamtlichen Helfer des Arbeitskreises Schlachtmühle im jeverländischen Altertums- und Heimatverein darum, das technische Baudenkmal wieder flott zu bekommen. Insgesamt sind Renovierungen von bis zu 200 000 Euro nötig.

Gestern freuten sich die ehrenamtlichen Müller, Volker Landig als Vorsitzender des Altertums- und Heimatvereins sowie Museumsleitern Professor Dr. Antje Sanders darüber, dass Sanierungsarbeiten an der äußeren Hülle der Mühle gestartet sind.

Eine latente Gefahr ging von der Windrose aus. Jetzt werden die einzelnen Blätter gesichert. Die Funktion der Windrose bleibt, 'aber sie kann sich nicht mehr selbst zerstören', wie Edzard de Buhr gestern bei einem Presserundgang erklärte. Mit Metallschienen sind die Blätter nun verbunden. Auch zwölf Fenster werden komplett erneuert. Derweil haben die Dachdecker noch ein paar Tage am Sechskant zu tun. Sie ersetzen das alte mit neuem Reet aus dem Voslapper Groden. Stadt und Landkreis haben diese Maßnahmen (50 000 Euro) finanziert. Großes Lob gab es gestern für Bautechniker Egon Hamacher (Stadtverwaltung), der sich richtig in die Sanierung reingekniet habe. Sanders lobte ausdrücklich diese Hartnäckigkeit und den Erfindungsgeist. Derweil benötigt der Arbeitskreis noch Sponsoren für die Erneuerung der insgesamt 216 Käme für die Antriebe rund um das Kammrad. Die geschätzten Kosten liegen bei 11 000 Euro, die ersten 3000 Euro für die Kämme hat der Vereins schon zusammen.