Jever - Die Marienstadt darf sich auch in den kommenden beiden Jahren „Fairtrade-Stadt“ nennen. Nachdem Jever erneut die Kriterien des in Köln ansässigen Vereins „TransFair“ erfüllt hat, präsentierte Jan Edo Albers jetzt im Graf-Anton-Günther-Saal des Rathauses die entsprechende Urkunde. Dabei betonte der Bürgermeister: „Wir sind nicht nur auf das Siegel aus – wir sind auch breiter aufgestellt.“
Das bestätigte Edzard de Buhr. Das Mitglied des Eine-Welt-Kreises der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde erinnerte daran, dass sich Jever mit seiner Fairtrade-Stadt-Satzung neben dem fairen Handel mit den sogenannten Entwicklungsländern auch die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und die Förderung der Regionalität zum Ziel gesetzt hat. „Wir möchten faire Preise und Lebensbedingungen nicht nur für die Menschen in Afrika, sondern auch für Menschen, die in unserer Region Lebensmittel produzieren“, erläuterte Albers. Der Bürgermeister hofft nun, „dass das Engagement mit dem Rückenwind der Bestätigung so weiter geht“.
Das versicherte Edzard de Buhr. Demnach plant der Eine-Welt-Kreis entsprechende Info-Ausstellungen. Ein wahrer Selbstläufer sei mittlerweile der „Fair-O-Mat“ am Mariengymnasium, an dem sich Schüler und Lehrer mit fair gehandelten Snacks und Getränken bedienen können. Apropos: Bei dem Treffen im Anton-Günther-Saal wurden zumindest Orangensaft aus fair gehandelten Zutaten und Apfelsaft aus regionaler Erzeugung angeboten. Ein Kriterium für die Verleihung des Fairtrade-Stadt-Siegels ist, dass lokale Einzelhandelsgeschäfte sowie Cafés und Restaurants mindestens zwei Produkte aus fairem Handel anbieten. Richtwert ist dabei die Einwohnerzahl. Bei einer 14 400-Einwohner-Stadt wie Jever müssen mindestens vier Geschäfte und zwei Gastronomiebetriebe entsprechende Verpflichtungen eingehen.
Außerdem müssen mindestens eine Schule, ein Verein und eine Kirchengemeinde Informations- und Bildungsaktivitäten umsetzen sowie Produkte aus fairem Handel anbieten.
Stephan Eden warnte Selbstbeweihräucherung und merkte kritisch an: „Es wäre schön, wenn unsere Aktivitäten auch einen Effekt auf die Bevölkerung hätten“. Der Gastronom wünscht sich, „dass fair auch vor Ort zählt“. Er ist überzeugt: Würden die Menschen mehr regionale Produkte aus regionaler Herstellung verbrauchen, „dann gäbe es die Probleme mit Tiertransporten und Lebensmittelunverträglichkeiten nicht mehr“. In die gleiche Kerbe schlug Jan Edo Albers, der sich „mehr Aufmerksamkeit im Sinne einer Verhaltensänderung“ in der Stadt wünscht.
