Jever/sandel - Wofür ein Mensch brennt – das ist das, wofür seine Leidenschaft entflammt ist. Für Hergen Rieniets aus Sandel und seinen Freund Dominic Ross aus Jever beschreibt es auch, wie sie ihre Produkte herstellen: Mit einem Plasmaschneider (oder Plasmabrenner) gestalten sie Metalldekorationen und -präsente für Haus, Hof und Garten.

Beide haben sich selbstständig gemacht – jeder für sich. In enger Kooperation ergänzen sich damit die Werkstatt in Sandel und ein Geschäft am Kirchplatz. Am Freitag haben die langjährigen Freunde gemeinsam die „dokiro decostation“ von Dominic Ross eröffnet, in der sie die Erzeugnisse der Werkstatt „Sandel Mechanics Shop“ von Hergen Rieniets verkaufen. Unter der Hausnummer 20 am Kirchplatz gab es zuletzt frisches Brot aus der Bäckerei Ulfers-Eden. Jetzt füllt Dekoratives und Nützliches die Schaufenster und Regale. Von Hausnummern und Werbeschildern über Feuerkörbe bis hin zu raffinierten Wandbildern, Schlüsselboards und Schriftzügen reicht die Palette. Die Feuerkörbe basieren auf einem Stecksystem. Es darf auch mal eine eiserne Rose sein. Die Unternehmer fertigen zudem individuelle Objekte und Motive nach Wunsch. Die Oberflächen: Edelstahl, Edelrost oder pulverbeschichtete Anlassfarben.

Angefangen hat alles damit, dass sich der gelernte Landwirt Hergen Rieniets einen 3-D-Drucker anschaffte. Seine Freude am Entwickeln unterschiedlichster Gebrauchsgegenstände wuchs. Irgendwann reichte es ihm nicht, mit Kunststoff zu gestalten. „Ich wollte etwas aus haltbarem Material“, erzählt der 26-Jährige. Er entdeckte die Möglichkeiten von Stahl und Eisen für sich, nachdem er einen Plasmaschneider gekauft hatte. Das Prinzip: Der Plasmaschneider schneidet das Material mittels eines Lichtbogens aus entzündetem Gas. Ein je nach Bedarf digital oder handwerklich geprägter Vorgang.

Bei der Einrichtung einer Werkstatt auf dem elterlichen Hof half sein Freund Dominic Ross – und auch er fing quasi Feuer für Metallobjekte. Der 32-jährige Kaufmann im Einzelhandel wollte sich wie Rieniets ohnehin beruflich verändern, und bald stand der Plan: Du machst die die Werkstatt, ich den Laden. Rieniets’ Lebensgefährtin Elisa Wirges unterstützt die Gründer in ihrer Freizeit mit Fotos für die Online-Präsenz. „Andere Kunsthandwerker können bei dokiro Regale mieten und ihre Produkte im Laden verkaufen“, erläutert Ross das Ladenkonzept. Der Anfang ist gemacht.

So sehr hat sich Hergen Rieniets für den Werkstoff Metall entschieden, dass er demnächst eine Ausbildung zum Industriemechaniker antritt.

Übrigens haben Rieniets und Ross in Sandel eine ausgefallene Werbemöglichkeit: Vor einem Scheunentor können Radwanderer auf dem Sandeler Padd Halt machen und sich eine Auswahl der daran befestigten Arbeiten anschauen.