Jever - Kinder, die sich auf die Schule freuen? Bis vor ein paar Monaten hätte so mancher das verneint. Anders mittlerweile – nicht nur – an der Friedrich-Schlosser-Schule in Jever. Doch der Schulalltag musste angepasst werden. Seit dem gestrigen Montag sind in der Schulstraße alle Klassen wieder in der Präsenzbeschulung. Vorher hieß es für viele noch „Home-Schooling“. Dafür wurden neben Videokonferenzen für die Älteren auch Pakete von den Lehrern verschickt oder gar vorbeigebracht. Darin fand sich neben den Arbeitsblättern ein Rezept des Tages und eine lebenspraktische Aufgabe, wie Spülmaschine ausräumen oder abwaschen.

Für die Themen Rückkehr und Hygienemaßnahmen wurde eine Steuergruppe bestehend aus Mitarbeitern, Eltern- und Schülervertreter gegründet. Denn für einige der Schüler sind die hohen Hygienestandards eine Herausforderung. Deswegen wurde sich auch für einen sogenannten Gelingensverlauf entschieden: Erst kehrt ein Teil der Schüler in den Präsenzunterricht zurück. Mit denen werden die Hygieneregeln, wie Abstand halten, Masken tragen, viel Händewaschen, eingeübt. Der Hygieneplan enthält Bilder und Symbole für ein besseres Verständnis. Nach und nach werden immer mehr Schüler dazu geholt. So können die Schüler, die die Hygieneregeln bereits kennen, die Hinzugekommenen bei deren Einübung unterstützen. Und auch die Lehrer können dabei Erfahrungen sammeln. Ziel ist es, dass bis zu den Sommerferien alle Kinder wieder vor Ort beschult werden. Die anderen Schüler lernen bis dahin weiter zu Hause. „Mein Wunsch ist es, nach den Sommerferien wieder normalen Unterricht zu haben“, sagt Schulleiter Hans-Dieter Broek.

Der Schulalltag endet mit der sechsten Stunde, denn noch gibt es landesweit kein Konzept zum Mittagessen. Darum kann kein Nachmittagsunterricht geboten werden. Viele Mitarbeiter fehlen noch, da sie zur Risikogruppe gehören. Außerdem gibt es zu wenig Klassenräume, da alle Klassen wieder anwesend sind. Gleichzeitig findet aber noch die Notbetreuung statt. Dabei betont Schulleiter Broek explizit, dass alle berufstätigen Eltern ihre Kinder zur Notbetreuung bringen können. Dafür können sie sich an die Schule wenden.

Im Bereich der Geistigen Entwicklung werden die Klassen mit acht Schülern geteilt und wöchentlich wechselnd vor Ort beschult. Auch bei Kindern, die mehr Bewegungsfreiheit brauchen ist das der Fall. „Im Lernbereich sind wir etwas forscher. Da wird täglich gewechselt“, erklärt Johannes Krumnow, Lehrer und gleichzeitig Leiter der Steuergruppe. Für die Kinder, die gepflegt und zum Beispiel gewickelt werden müssen, gibt es ein erweitertes Hygienekonzept. Der Landkreis Friesland wurde bereits angefragt. Dieses bedeutet unter anderem FFP 2 Masken und Schutzschürzen. Trotz aller Schwierigkeiten bleibt das positive Miteinander: Zeigen Schüler und Eltern viel Verständnis für die Mitarbeiter, helfen diese den Eltern, wo sie können.