Jever - Als 2017 auf dem Kirchplatz zum ersten Mal Heuschrecke, Buffalo und Mehlwurm serviert wurden, hielten viele Abstand von „Bugs & Friends“ – andere bestanden die selbst auferlegte Mutprobe. Auch bei der Streetfood-Karawane 2019 ist der Wagen von „Insektenfrau“ Dunja El Zein wieder dabei. Und mit ihr kommen rund 15 weitere Straßenküchen über Pfingsten nach Jever.
Getränke: Bier und Kaltes Freakshakes Alkohol/Destillate Limonaden Bowlen
Speisen: Falafel/Hummus, Orientalische Küche, Marokkanische Minzburger, Ziegenkäseburger BBQ-Spezialitäten, Hot Dogs und Burger; Pulled Meat Veganes Street Food Griechische Speisen Arabische Spezialitäten Insekten
Süßes: Pancakes
Von Samstag bis Montag, 8. bis 10. Juni, verkaufen Foodtrucks und Straßenküchen Fingerfood aus aller Welt – frisch zubereitet auf die Hand und in den Mund. Geöffnet ist die Straßenküchen-Meile am Samstag von 10 bis 22 Uhr, am Sonntag von 11 bis 22 Uhr und am Montag von 11 bis 18 Uhr.
Dahinter steht der Verein „people welcome“ aus Groß Vollstedt, der mit Migranten arbeitet. Den Vereinsmitgliedern um Vorsitzenden Udo Klassen geht es dabei nicht nur um das Essen als verbindendes Element zwischen den Kulturen, sondern auch um gegenseitiges Verständnis, Respekt und Austausch über Grenzen und vor allem über den Tellerrand hinweg.
Der Verein hilft Flüchtlingen zum Beispiel dabei, eine Arbeitserlaubnis zu erhalten, stattet sie mit Street Food-Stand oder kleiner Garküche aus, mit der sie ihre heimatlichen Leckereien zubereiten und anbieten können.
„Dadurch können sie weg von staatlichen Hilfen und sich selbst eine bescheidene Existenz aufbauen“, sagt Klassen. Auch in Jever wird es Beispiele dieser Form von Integration und Hilfe zur Selbsthilfe geben. Denn: „Essen verbindet und hilft, Ressentiments abzubauen“, so Klassen. Die Erlöse aus den drei Festival-Tagen in Jever fließen ebenfalls an den Verein – so kann der weiteren Migranten helfen.
Zurück zu den Insekten: „Insektenfrau“ Dunja wird auch in Jever wieder jedem, der fragt, erklären, was es mit den Insekten auf dem Teller auf sich hat. Noch sind die Krabbeltiere – sie sind reich an Proteinen – für uns Europäer etwas Exotisches. „Das wird sich aber bald ändern“, glaubt sie.
Die ersten Lebensmittelketten sind bereits auf Insekten als leckere Speise aufmerksam geworden.
