Jever - Niemals wurde seine Kompetenz infrage gestellt, er sollte sogar zum Leiter der Forensik in Dresden ernannt werden: Gert Postel arbeitete zwei Jahre lang als psychiatrischer Oberarzt in Zschadraß in Sachsen. Seine Ausbildung: Postbote.
Unter dem Motto „Hochstapler unter Hochstaplern“ wird Postel am Freitag, 8. September, um 19.30 Uhr im jeverschen Anton-Günther- Saal im Rathaus eine Lesung und einen Vortrag halten. Eingeladen hat ihn die Fresenia-Loge Jever.
Seine erste Anstellung als Amtsarzt hatte Postel unter dem Namen Dr. Dr. Clemens Bartholdy in Flensburg. Der Schwindel flog auf, als er seine Geldbörse verlor, in der sich seine beiden Ausweise mit zwei verschiedenen Namen befanden.
Postel wurde 1984 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Was ihn aber nicht abschreckte, sich als Oberarzt der Psychiatrie im sächsischen Krankenhaus in Zschadraß zu bewerben. Auf diese Stelle hatten sich 39 Ärzte beworben, acht kamen in die engere Wahl und mussten vor der Berufungskommission des Ministeriums einen Vortrag halten. Postel glänzte dabei, gab sogar einen Titel seiner Doktorarbeit an, die aber nur eine „Aneinanderreihung leerer Begriffe“ war.
