Jever - Plastikmüll im Meer: Das ist Thema des sechsten und letzten Winter-Vortrags der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltschutz Jever. Am Dienstag, 10. März, referiert P.D. Dr. Holger Freund (Institut für Chemie und Biologie des Meeres, Uni Oldenburg) über „Makroplastik in der südlichen Nordsee – Quellen, Verbreitungspfade und Vermeidungsstrategien“. Beginn ist um 19.30 Uhr im Anton-Günther-Saal des Rathauses Jever, der Eintritt ist frei, alle Interessierten sind willkommen.

Holzdrifter-Projekt der Uni Oldenburg

Die stetig wachsende Verschmutzung der Meere mit langlebigem Plastikmüll ist ein globales Problem mit tiefgreifenden Auswirkungen auf die Meeresökosysteme. Auch Niedersachsens Küsten- und Inselstrände sind davon in hohem Maß betroffen.

Um eine solide wissenschaftliche Grundlage zu den Quellen, Verteilungswegen und Anreicherungsgebieten des Plastikmülls zu erarbeiten, läuft seit 2016 ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben an der Uni Oldenburg, in dessen Rahmen das Drifterprojekt über Modellrechnungen die Rückverfolgung treibender Partikel und damit eine Identifizierung der regionalen Hauptquellen (Schifffahrtswege, Flüsse, Tourismus) ermöglichen soll.

Ende März 2019 beteiligten sich mehrere Mitglieder der WAU an einer Strandreinigungsaktion am Elisabethgrodendeich. Dabei fanden sie auch eine ganze Anzahl von Holzdriftern. Bei den Driftern handelt es sich um markierte und einzeln gekennzeichnete Holzplättchen, die an verschiedenen Stellen in die Nordsee geworfen wurden. Finder solcher Plättchen werden gebeten, Fundort und Datum mitzuteilen. Die Auswertung der Daten soll modellhaft Aufschluss geben über potenzielle Verteilungswege und Verteilungsgeschwindigkeiten von Makroplastik, also von mit dem bloßen Auge sichtbaren Plastikteilen, in der Nordsee.

Dr. Holger Freund, wird die derzeit vorliegenden Ergebnisse des Projekts vorstellen und auch Wege zur Vermeidung der Müll-Flut aufzeigen.