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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Jever

Beeindruckende Flugmanöver vom Turm

23.03.2019

Jever Immer wieder erregte Rufe ausstoßend, umkreist am Dienstagvormittag das Wanderfalkenweibchen in schnellem Flug den Fernmeldeturm an der Anton-Günther-Straße in Jever. Was ist der Grund der Aufregung? Ein Blick auf den Turm zeigt, dass auf der oberen Plattform zwei Techniker mit Wartungsarbeiten beschäftigt sind. Das Falkenweibchen, das in dem auf dieser Plattform angebrachten Kasten brütet, ist von dieser Betriebsamkeit offensichtlich gestört worden.

Techniker wagen Blick

Doch die betriebstechnisch unvermeidbare Störung bietet zugleich eine Gelegenheit, Einblick in den sonst nicht zugänglichen Brutkasten zu nehmen. Schnell ist mit Hilfe eines Kollegen vom Bodenpersonal telefonischer Kontakt zu den beiden Männern in 60 Metern Höhe hergestellt: Sie werden gebeten, nach Möglichkeit ein Foto vom Inneren des Kastens zu schießen.

Gespannt erwarten die Mitglieder der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Natur und Umweltschutz (WAU) eine Stunde später der Abstieg der Techniker – ein erster Blick auf das Handydisplay zeigt ein erfreuliches Bild: Im Kasten liegen drei große rotbraun gefärbte und gefleckte Eier. Nestbau findet bei Falken nicht statt, die Eier werden einfach auf den Boden des Nistplatzes gelegt, der höchstens von Gewöllen und Federresten erbeuteter Vögel bedeckt ist.

Solche Reste finden sich im Eingangsbereich des Kastens gehäuft, hat doch das Wanderfalkenpaar bereits 2018 hier gebrütet. Dieser Brutversuch ist allerdings erfolglos geblieben, flügge Jungvögel konnten trotz aufmerksamer Beobachtung zu keinem Zeitpunkt entdeckt werden.

Balz im Februar

Da ist nur zu hoffen, dass die Brut in diesem Jahr erfolgreicher verläuft; die Störung jedenfalls hat das Falkenweibchen nicht weiter beeinträchtigt, schon kurz nach dem Abstieg der beiden Männer hat es den Kasten wieder beflogen.

Die Balz des Paares hatte schon im Februar stattgefunden. In dieser Zeit verrieten sich die Vögel durch lautes Rufen und gemeinsame Balzflüge. Jetzt während der Brutzeit sind sie deutlich heimlicher.

Das brütende Weibchen verlässt kaum das Nest, es wird während dieser Zeit durch das Männchen versorgt. Dieses legt erbeutete Vögel offenbar einfach auf der runden Plattform ab und aus diesem Depot versorgt sich dann das Weibchen. Etwa ein halbes Dutzend tote Amseln entdeckten die beiden Techniker auf der Rotunde, also einen beachtlichen Vorrat.

Das Falkenmännchen ist deutlich kleiner als das Weibchen und schlägt deshalb in der Regel auch nur Vögel bis etwa Drosselgröße. Zum Beutespektrum des größeren Weibchens gehören dagegen auch größere Arten wie Tauben, Krähen und Möwen. Grundsätzlich wird die Beute im freien Luftraum geschlagen, bei der Verfolgung – oft im Sturzflug von oben oder im Anflug von hinten – erreichen die Falken hohe Geschwindigkeiten.

Wenn die Jungvögel nach rund fünfwöchiger Brutzeit schlüpfen werden, wird der Nahrungsbedarf groß sein. Dann müssen zunächst das Männchen und, wenn die Jungen etwas größer sind, beide Elternvögel intensiv auf Jagd gehen, um die hungrigen Schnäbel zu stopfen.

So wird man, wenn die Brut in diesem Jahr erfolgreich verläuft, die beeindruckenden Flugmanöver dieser schnellen Greifvögel über unserer Stadt noch häufiger beobachten können.

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