Jever - Es duftete schon verführerisch beim Türöffnen – im Karlshof der kath. Gemeinde Jever herrschte emsiges Schnippeln und Brutzeln: Zum 20. Mal traf sich der ökumenische Arbeitskreis Weltgebetstag Jever zum Kochen. Als einziger Mann kochten Hans-Jörg Sandrock mit Tochter Klara sowie zwölf Frauen gemeinsam Rezepte aus dem Weltgebetstagsland Simbabwe nach.
Eine für Simbabwe typische Speisenfolge hatte Gabriele Tiaden zusammengestellt: Fruchtigen Krautsalat, Süßkartoffel-Salat mit Bacon, gemischter Salat mit Sardinen, Rote-Beete-Salat mit Hähnchenbrust, gefüllte Tomaten, Auberginen-Kartoffel-Auflauf, Muriwo-Gemüse (Kohl), gebratenen Reis mit Gemüse, Rindfleischeintopf mit Süßkartoffeln, Brot- und Butter-Pudding mit Schokolade und Bananen – all das bereiteten alle gemeinsam zu.
Seit über 130 Jahren engagieren sich über Länder-, Alters- und Konfessionsgrenzen hinweg Frauen beim Weltgebetstag für globale Gerechtigkeit, Frieden und Geschlechtergerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft. Damit leisten sie jährlich am 1. Freitag im März in über 120 Ländern in aller Welt einen Beitrag zur christlichen Ökumene und für ein respektvolles Miteinander aller Menschen weltweit.
In diesem Jahr widmet sich der Weltgebetstag Simbabwe. Die drohende Hungersnot macht die Arbeit der Partnerorganisationen des Weltgebetstags in Simbabwe nicht einfacher. Zudem hat Simbabwe mit den Folgen der jahrzehntelangen staatlichen Misswirtschaft zu kämpfen. Die Landwirtschaft in Simbabwe, einst Kornkammer, liegt seit der Landreform zu Beginn des Jahrtausends darnieder.
Neue Geschmäcker
Gabriele Tiaden wägt bei der Auswahl der Gerichte stets ab, was exotisch genug, aber nicht zu fremd ist – schließlich soll allen Teilnehmerinnen auch schmecken, was sie gemeinsam gekocht haben.
Angerichtet wurde nach der gut einstündigen Zubereitung auf einer langen Tafel. Die Gerichte aus Afrika, anders gewürzt und zubereitet als bei uns – dennoch köstlich und ein neues Geschmackserlebnis. Darüber waren sich alle einig.
Lied zum Dank
Irene Janßen vom Organisationsteam dankte mit einem Tischgebet und einem Weltgebetstags-Lied für die Gaben, ehe dann aus der Vielfalt der Gerichte jeder seine Lieblingsspeise verkostete. Und Hausherr Pfarrer Walter Albers lobte das Engagement der Frauen und natürlich das leckere Abendessen.
Gabriele Tiaden aus Rahrdum legte nach 20 Jahren Organisationsleitung den „Regiekochlöffel“ zur Seite. Zwei Jahrzehnte lang hat sie mit viel Liebe zum Detail die Gerichte für den Kochabend zum Weltgebetstag ausgesucht, die Zutaten eingekauft und für alle die Arbeitsplätze zum Schnippeln eingerichtet. Denn alle freuen sich jedes Jahr darauf, typische Landesgerichte aus dem Weltgebetstags-Land zu kochen.
