JEVER/WIESMOOR - Wer als Schüler später seinen Traumberuf ausüben möchte, muss unter Umständen über den regionalen Tellerrand hinaus schauen. Interkulturelle Aspekte, nicht zuletzt durch die Tatsache, dass Europa immer enger zusammenwächst, werden in Zukunft immer wichtiger. Um die Kompetenzen zu erlernen, die es ermöglichen, auch im Ausland beruflich Fuß zu fassen, arbeiten die regionalen berufsbildenden Schulen (BBS) im Verbund Internationale Berufsbildung Jade (IBJ) zusammen. Erst kürzlich unterzeichneten sie mit dem finnischen Jyväskylä College eine Rahmenvereinbarung für den internationalen Schüleraustausch (wir berichteten).
Die in Wiesmoor lebenden Austauschschülerinnen vom Jyväskylä College, Jaana Kauppinen und Taru Naarala, werden von der Lehrkraft Claudia Eschen betreut. Sechs Wochen bleiben sie in Deutschland und absolvieren einen Teil ihrer Ausbildung zur Friseurin. 'Sie haben eine 40-Stunden-Woche und sind einen Tag an der Berufsschule', erläutert Eschen. Beide arbeiten in Wiesmoorer Friseurbetrieben. Der Weihnachtsmarktbesuch und das Plätzchenbacken mit der Gastfamilie steht dabei ebenso auf dem Plan. 'Beide Seiten profitieren davon', ist Detlef Reuter von den BBS Jever überzeugt. Er ermuntert die Schüler, offen an die finnischen Gäste heranzutreten und sich an den eigenen Sprachfähigkeiten auszuprobieren: 'Wer spricht, baut auch Vorbehalte gegenüber der Fremdsprache ab.'
Mit den anderen regionalen berufsbildenden Schulen werde im engen Kontakt gearbeitet, betont Schulleiter Jan Zimmermann. 'Gerade mit dem Zusammenschluss können wir eine breite Palette an Möglichkeiten anbieten', ist sich Zimmermann sicher. In Cuxhaven habe diese Form von Auslandspraktika die Fachkräftelücke bei Bäckern und Friseuren gar schließen können. 'Die Regelausbildung wird damit in der EU integriert', erklärt der Schulleiter. Mit Ländern wie Tschechien existiere bereits ein gegenseitiger Schüleraustausch, künftig sollen mit den Niederlanden und Spanien noch mehr folgen.
