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Vortrag Im Weltraum geht es teilweise drunter und drüber

Wolfgang Malzahn

Jever/Wittmund - „Es geht heute kaum noch etwas ohne Satelliten“: Das betonte Brigadegeneral Burkhard Pototzky, seit vier Jahren Leiter der Operationszentrale im Zentrum Luftoperation in Kalkar und somit ein Kenner der Weltraum-Überwachung. Bei der Blücher-Loge in Jever sprach der ehemalige Kommodore des Jagdgeschwaders 71 „Richthofen“ in Wittmund über „Nutzung des Weltraums – Fluch oder Segen?“

Ob einige der zahlreichen Gäste nach dem Vortrag des 60-Jährigen noch ruhig schlafen konnten, ist nicht bekannt. Denn was Pototzky (Spitzname: Poto) über den Weltraum berichtete, war für viele neu und beunruhigend: Im All geht es teilweise drunter und drüber. Ob Kommunikation, Wetterbeobachtung, Navigation, Militär – für alles braucht man Satelliten. Und jeder kann den Weltraum nutzen.

Keine Verkehrsregelung

„Mit jedem Start entsteht Weltraumschrott“, so der ehemalige „Phantom“-Pilot: „Und alles, was man hochschießt, kommt irgendwann wieder runter.“ Eine internationale Verkehrsregelung im All gibt es bislang nicht. Zwar sei es selbstverständlich, dass jeder, der einen der zwischen 280 und 780 Millionen teuren Satelliten in den Orbit schickt, eine Kollision vermeiden möchte.

Doch Kollisionen kommen dennoch immer wieder vor. Und so rasen Tausende von Teilen mit bis zu acht Kilometern pro Sekunde durchs All. „Kollisionsvermeidung ist ein ganz großes Thema“, so Pototzky. In 800 Kilometern Höhe bleiben die Einzelteile bis zu 100 Jahre und können Schäden an anderen Satelliten anrichten.

Auch unkontrollierte Wiedereintritte von Satelliten könnten problematisch werden. Der größte dieser Vorfälle war der Absturz der 120 Tonnen schweren Raumstation MIR, die zum Glück ins Meer fiel.

Gefahren bestehen nicht nur durch herabstürzende Trümmerteile, sondern auch durch Gefahr- und Giftstoffe an Bord. Zudem zerteile sich so ein Satellit beim Wiedereintritt: Er zerplatzt in tausende Teile, die sich auf einem Areal von bis 2000 Quadratkilometern verteilen könnten. Pototzky kann jedoch beruhigen: „Die Möglichkeit, von solch einem Trümmerteil getroffen zu werden, ist relativ gering.“

Gesetze sind notwendig

Dennoch: „In den nächsten Jahren wird sich die Zahl der Satelliten verdoppeln“. Deshalb brauche die Welt Weltraum-Gesetze – das sei angesichts der Vielzahl der beteiligten Nationen nicht einfach zu regeln. „Wenn wir unsere Weltraumsysteme schützen wollen, müssen wir wissen, was dort oben los ist.“ Denn eine Welt ohne Kommunikation und GPS, mit Strom- und Kraftwerksausfällen, ohne Unwetterwarnungen und ohne Radio und Fernsehen – das mag sich wohl niemand vorstellen.

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