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Winterdienst Eiszeit in Friesland: Am Wochenende braut sich was zusammen

Kea Heeren

Moorwarfen/Friesland/Wangerooge - Zum Wochenende wird es noch einmal richtig winterlich: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor heftigen Schneefällen, Windböen und sogar Glatteis. Bereits morgen Abend sollen von Niedersachsen bis nach Brandenburg starke Schneefälle einsetzen. Bis zum Sonntagmorgen sind teils 20 Zentimeter Neuschnee und mehr möglich, so die Vorhersage. Hinzu kommt noch ein eisiger Ostwind, der die Gefahr von Schneeverwehungen birgt. Auch gefrierender Regen ist möglich. An der Küste sind zudem Sturmböen vorausgesagt. Alles in allem also ein sehr ungemütliches Wochenende. Gut, wenn man da nicht unbedingt raus muss.

Doch es gibt Menschen, die genau bei diesem Wetter unterwegs sein müssen: die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Moorwarfen. Und sie sind sogar schon ab zwei Uhr morgens im Einsatz. Im Rahmen des Winterdienstes räumen sie knapp 380 Kilometer Bundes-, Land-, und Kreisstraßen in Friesland. Plus 260 Kilometer Radwege. Doch die jetzigen Wetterbedingungen erleben die Mitarbeiter auch nicht alle Tage. Die angekündigten Schneefälle, Verwehungen und die Glatteisgefahr zwingen sie zum Umplanen. Jens Schuhmacher, Leiter der Straßenmeisterei, erklärt, dass er nun wohl die Anzahl der Mitarbeiter aufstocken müsse. Vom Zwei-Schichten-Modell wechsle man zu drei Arbeitsschichten. Das bedeutet, dass am Wochenende alle zwölf Mitarbeiter im Einsatz sind.

400 Tonnen Salz vorrätig

Bereits die vergangenen Tage hat die Straßenmeisterei genutzt, um Prognosen zu erstellen und letzte Salz-Bestellungen zu tätigen. Mit dem heutigen Freitag kann Schuhmacher bestätigen, dass die Salzlager an der alten Bundesstraße komplett gefüllt sein werden. Das bedeutet: 400 Tonnen lagern in den vier Silos.

Mit insgesamt acht Fahrzeugen, in Moorwarfen stehen vier eigene Wagen, ist der Winterdienst in ganz Friesland unterwegs, um mit dem Schneepflug die Straßen frei von Schnee und Eis zu halten und natürlich, um zu streuen. Dafür verwenden die Mitarbeiter eine Mischung aus Streusalz und Salzsole, ein Salz-Wasser-Gemisch. Und davon nicht zu wenig: Knapp 25 Tonnen werden pro Einsatztour auf die Straßen und Wege gebracht.

Eine Priorisierung, welche Straße zuerst dran ist, gibt es auch. „Zunächst fahren wir die großen und viel genutzten Straßen ab“, sagt Jens Schuhmacher. Hierzu zählt zum Beispiel die B 210, die jeweiligen Fahrer folgen einer festgelegten Strecke. Routiniert gehen die Mitarbeiter ihrer Aufgabe nach, doch dieses Wochenende könnte sie vor Herausforderungen stellen. Schneefälle seien an sich kein Problem – Eisregen sei schlimmer. Doch die angekündigte Schnee-Menge könnte zum Problem werden. Schuhmacher hofft, dass sich der Schnee in Grenzen hält. Wenn jedoch noch Schneeverwehungen hinzukommen, gerate selbst der Winterdienst mit seinem Schneepflug an die Grenze des Machbaren. Durch starke Verwehungen könnte sich der Schnee streckenweise auftürmen. Das könnte dann dazu führen, dass der Schnee irgendwann zu schwer ist, um ihn mit dem Pflug beiseite zu schieben, so Schuhmacher. Bei Schnee sei zudem das Problem, dass der Winterdienst nicht präventiv arbeiten könne. „Bei Schnee kann man erst losfahren, wenn er schon fällt“. Bei Frost hingegen könnten die Mitarbeiter bereits vorher Salz ausstreuen.

Und auch nächste Woche wird die Straßenmeisterei noch gut gefordert sein, die Wetteraussichten versprechen anhaltende Minustemperaturen sowie Niederschlag.

Besondere Insel-Lage

Auf Wangerooge sieht man die Lage dagegen noch sehr entspannt. Christian Pollmann, stellvertretender Kurdirektor der Gemeinde, erklärt, dass die drei Mitarbeiter des kommunalen Winterdienstes die wenigen Straßen auf der Insel nach und nach abarbeiten – gemäß des eigenen Räumplanes. Und die Einwohner habe man bereits im Vorfeld per Mail angeschrieben, dass sie selbstständig ihre Gehwege räumen mögen. Lediglich bei den Fährverbindungen müsse man auf das Wetter achten, denn bei Eisgang oder zu starkem Wind (und damit zu wenig Wasser) sind keine Fahrten möglich. Insbesondere am Steindamm (Abfahrt in Harlesiel) sei ein Knackpunkt. Doch die Versorgung sei entweder per Flug oder Schiff sichergestellt.

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