Moorwarfen - Auf sehr positive Resonanz ist im Herbst die Vorstellung des Projekts „Trauergruppe Männerkochen“ gestoßen, das im „Old Schoolhus“ in Moorwarfen anlaufen sollte. Doch wie bei so vielen gut gemeinten Angeboten wurde auch dieses ein Opfer der Pandemie.
Teilnehmer verunsichert
Es hatten sich bereits Männer angemeldet, die ab Oktober regelmäßig zum Kochen, Klönen und Traueraufarbeiten zusammenkommen wollten. Doch das Corona-Geschehen und der Mangel an Impfstoff sorgten für so viel Verunsicherung, dass sich mehrere nicht mehr trauten.
Vermutlich einzigartiges Projekt für Trauernde
Zum großen Bedauern auch von Norbert Stieglitz und Tammo Schlieker, beide qualifizierte Trauerbegleiter des Friedel-Orth-Hospizes in Jever, die die Idee zu diesem bisher vermutlich einzigartigen Projekt hatten. Seit Jahren arbeiten sie ehrenamtlich für das jeversche Hospiz in der Sterbe- und Trauerbegleitung, und immer wieder fiel ihnen gerade auch im Trauer-Café auf, dass sich Männer viel schwerer tun, mit den Gefühlen nach einem Trauerfall umzugehen. Sie meiden Gruppen eher, obwohl auch sie ein Bedürfnis für Trauerarbeit haben. Kochen aber könnte ein probates Mittel zum Zweck sein, um darüber beim gemeinsamen Werkeln und Brutzeln ins Gespräch zu kommen.
Partner gefunden
Bei der „Mission Lebenshaus“ als Träger des Friedel-Orth-Hospizes stieß der schon lange gehegte Wunsch auf offene Ohren, und im Verein „Lebenswunsch“ aus Ovelgönne fand sich schnell ein weiterer Partner, der das Ansinnen finanziell unterstützen wird.
Und dann konnte Norbert Stieglitz noch einen Trumpf ins Rennen bringen: Als langjähriger Einwohner Moorwarfens konnte er Helga Mayerhofer, die Dorfgemeinschaftsvorsitzende, sofort davon überzeugen, das „Old Schoolhus“ als Domizil zur Verfügung zu stellen. Darin gibt es eine gut ausgestattete Küche und bei Bedarf auch Rückzugsräume für Trauergespräche. Und jeweils donnerstags können die Hobbyköche dort ungestört zusammenkommen.
Bedarf besteht weiterhin
Wobei Stieglitz und Schlieker betonen, dass Kochkünste keine Bedingung sind. Und aufgeschoben ist nicht nicht aufgehoben: Dass der Bedarf weiterhin besteht, wissen sie aus ihren Begegnungen im Trauer-Café. Doch so wie auch andere Angebote im Hospiz derzeit ausgebremst sind, hoffen die Initiatoren jetzt nach den vielen Impfungen zuzüglich Boostern auf eine Besserung.
Angepeilt ist ein erneuter Anlauf im September oder Oktober, um sich dann ein halbes Jahr lang jeweils einmal im Monat zum Brutzeln, Schnabulieren und zu guten Gesprächen zu treffen.
