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Neues Angebot im Hospiz in Jever Wie Kochen Männern bei der Trauerarbeit hilft

Wolfgang Niemann

Moorwarfen - Männer trauern anders – diese Erfahrung hat man längst auch im jeverschen Friedel-Orth-Hospiz gemacht. Daraus entstand die Idee, für trauernde Männer eine externe Möglichkeit für eine gemeinsame Trauerbewältigung zu schaffen.

„Jetzt wird mit dem Projekt einer Männerkochgruppe ein lang gehegter Wunsch auf den Weg gebracht“, erklärte jetzt Karen Wauschkuhn von der Mission Lebenshaus gGmbH, der Trägerin des seit mehr als zehn Jahren erfolgreich arbeitenden Hospizes. Mit im Boot sitzt der Verein Lebenswunsch aus Ovelgönne, der ebenfalls zur Finanzierung des Projekts beiträgt.

„Old Schoolhus“ in Moorwarfen bietet viel Platz und Raum

Lebenswunsch-Vorsitzender Mark Castens betonte, dass man in seinem Verein sofort einhellig für dieses Angebot gewesen sei und das galt auch für die Dorfgemeinschaft Moorwarfen. Deren Vorsitzende Helga Mayerhofer stellte die gut ausgestatteten Küche im Dorfgemeinschaftshaus „Old Schoolhus“ vor, das im Übrigen jeweils donnerstags gänzlich frei sei und außerdem auch Rückzugsräume für eventuelle Trauergespräche vorhalte.

Die entscheidenden Akteure dieses in der Region bisher einmaligen Angebots sind Norbert Stieglitz und Tammo Schlieker. Pensionär Stieglitz arbeitet schon seit vielen Jahren ehrenamtlich im Friedel-Orth-Hospiz und hier vor allem auch im Trauer-Café. Dort jedoch könnte eine solche Männerkochgruppe einerseits störend wirken, zum anderen bestehe bei den Trauernden oft eine Schwellenangst gegenüber Aktivitäten in eben dem Haus, in dem gerade ein Angehöriger gestorben ist. Als ehemaliger Moorwarfer habe er da bei der Dorfgemeinschaft sofort ein offenes Ohr für dieses Anliegen gefunden, berichtete er.

Die Erfahrung habe gezeigt, dass Frauen in Trauer viel eher in der Lage sind, offen mit ihren Gefühlen umzugehen. Männer dagegen mieden Gruppen und verfielen oft in Schweigen, obwohl sie das gleiche Bedürfnis an Trauerarbeit haben.

Männer trauern in Bewegung

Kochen soll deshalb als Mittel zum Zweck dienen, um ins Gespräch zu kommen. „Gewissermaßen nebenher, denn Männer trauern eher in Bewegung“, hob Tammo Schlieker hervor.

Er bringt seine ganze Erfahrung als Erzieher in der Geschwisterbetreuung aber auch als Trauerbegleiter im Wilhelmshavener Kinder- und Jugendhospiz „Joshuas Engelreich“ mit ein. Und Schlieker weist darauf hin, dass seine Trauerarbeit dank entsprechender Qualifikationen ebenso wie die von Stieglitz zwar ehrenamtlich erfolge, sie aber keine Laien seien.

Kennenlernen startet im Oktober

Starten soll das Projekt nun am Donnerstag, 7. Oktober, um 17.30 Uhr mit einer Kennenlern- und Informationsrunde im Dorfgemeinschaftshaus Moorwarfen. Einfinden sollte sich ein fester Personenkreis von fünf bis sechs Männern, die dann auch möglichst für ein Halbjahr zusammenbleiben. Im November ist der erste Kochtag geplant und es darf von Omas altem Rezept bis zum Fünfgangmenü alles gebrutzelt werden. Gegen eine kleine Umlage kaufen Norbert Stieglitz und Tammo Schlieker die Lebensmittel ein. Und ganz wichtig ist: Kochkünste sind keine Voraussetzung! Eine Anmeldungen wird bis zum 4. Oktober erbeten unter T  0173 / 3551659 (Schlieker), T  04467 / 2173099 (Stieglitz) oder per E-Mail an

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