NEUHAUS/JEVER - Der MTV Jever hat allen Personalprobleme zum Trotz einen erfolgreichen Start in die Tischtennis-Oberligasaison hingelegt. Auch ohne den verletzten weißrussischen Spitzenmann Andrey Milovanov hielten die mit doppeltem Ersatz angereisten Friesländer den gastgebenden SSV Neuhaus in Schach und feierten beim knappen aber verdienten 9:7 auch einen Sieg der Moral.

Dabei präsentierten sich insbesondere die beiden Neuzugänge Ali Walaa El-Din und Patrick Kohlrautz in glänzender Verfassung. Zunächst hatten die ebenfalls mit Ersatz angetretenen Hausherren aber eine 2:1-Führung erspielt, nur Jevers neues Topdoppel Walaa El-Din/Fabian Pfaffe hatte gepunktet. Sowohl Florian Laskowski/Patrick Kohlrautz als auch das Vater-Sohn-Doppel Janek und Thorsten Hinrichs mussten Niederlagen quittieren.

Unglücklich agierte dann zunächst Fabian Pfaffe, der gegen den Neuhaus-Einser Florian Reinecke nach 2:1-Führung noch unterlag. Im zweiten Spiel gegen Niklas Beliaev war Pfaffe aber zur Stelle: Nach einem raschen 2:0 egalisierte der junge SSV-Zweier zwar, im Entscheidungssatz hatte Pfaffe dann aber das Glück auf seiner Seite und siegte mit 12:10.

Jevers Neuer im oberen Paarkreuz, der international erfahrene Ägypter Aly Walaa El-Din, gab sich in den Duellen gegen Reinecke und Beliaev keine Blöße. In souveräner Manier setzte sich der 37-jährige Angreifer in beiden Partien durch und gab nur gegen Beliaev einen Satz ab.

Im mittleren Paarkreuz ging der MTV selbstbewusst in den Vergleich mit beiden Gegnern. Gegen den Ungarn Gabor Nagy, vergangene Saison noch Spitzenspieler, legte Florian Laskowski ein überzeugendes 3:1 vor. 'Gegen Nagy war ich recht sicher – leider habe ich dann gegen Nehmsch ein 9:7 im fünften Satz noch verspielt', beschrieb Laskowski sein zweites Einzel. Teamkollege Patrick Kohlrautz bügelte das Neuhäuser Break aber umgehend aus. Der Rückkehrer mit der kurzen Noppe auf der Rückhand agierte überlegt und sicher und blieb auch in den entscheidenden Phasen cool – gegen Tobias Nehmsch kam er zu einem knappen 11:9 im fünften Satz, gegen Nagy holte er ganz knapp den vierten, um im Entscheidungssatz ein überragendes 11:2 folgen zu lassen.

Gegen spielstarke Gegner taten sich Janek und Thorsten Hinrichs gleichermaßen schwer und gaben ihre ersten Partien jeweils ab. Im zweiten Durchgang aber hatte Youngster Janek alle Nervosität abgelegt und ließ Stefan Kohl in drei Durchgängen keine Chance auf einen Satzgewinn. Zwar war Abwehrkünstler Thorsten Hinrichs gegen Björn Dörrheide in drei Sätzen immer dran, zu einem siegbringenden Einzelerfolg reichte es aber nicht – das Doppel musste die Entscheidung bringen. In einer wahren Doppel-Demonstration brachten Ali Walaa El-Din und Fabian Pfaffe den Sieg sicher unter Dach und Fach.