Jever - Die Dorfgemeinschaft Cleverns kann sich an die Umsetzung ihrer neuen Dorftreff-Pläne machen: Jevers Stadtrat hat am Donnerstag grünes Licht gegeben und unterstützt die Dorfgemeinschaft, indem die Stadt das freie Grundstück am Ende des Friesenwalls für vorerst 15 Jahre kostenlos zur Verfügung stellt und die Erschließungskosten sowie Übertragungskosten, insgesamt 9703 Euro, übernimmt.
Die Dorfgemeinschaft will auf der Fläche einen Dorftreff in Holzrahmenbauweise errichten; die Kosten von rund 80 000 Euro stemmt die Dorfgemeinschaft selbst. Die Stadt macht dabei zur Auflage, dass der Dorftreff allen Vereinen offenstehen muss und dass dort keine Privatfeiern stattfinden dürfen. Vorab hatte Kämmerer Dietmar Rüstmann die Anlieger um ihre Meinung zu dem Vorhaben befragt; die überwiegende Mehrheit hat nichts dagegen.
Nach langen Diskussionen hat der Rat auch dem Haushalt 2021 zugestimmt – darin enthalten sind im Haushaltstopf „Straßenunterhaltung“ 100 000 Euro für erste Maßnahmen aus dem ebenfalls beschlossenen Radfahrplan.
Spielplatz-Planung: Die Umgestaltung der Spielplätze Danziger Straße und Cleverns Apfelgarten hat begonnen; der Spielplatz Georg-von-der-Vring-Straße bleibt in bisheriger Größe bestehen.
Außengastronomie: Auch 2021 dürfen Jevers Gaststätten mehr Tische auf die Straße und auf Plätze stellen. Ob dafür Sondernutzungsgebühren fällig werden, wird dann entschieden.
Fahrradstraße: Die Stadt wird im Frühjahr/Sommer 2021 eine Verkehrszählung auf der Sandeler Straße durchführen; anhand deren Ergebnisse wird dann geprüft, ob eine Umwandlung der Straße in eine Fahrradstraße möglich ist.
Graftenhaus: Die Stadt wird gemeinsam mit dem Verein Lebenshilfe ein Konzept zur Fortsetzung des Inklusions-Projekts „Jever für alle“ im Graftenhaus erarbeiten.
Straßenreinigung: Die Liste der Straßen, für die Kehrgebühren erhoben werden, wurde ergänzt; die Straßenreinigungsgebühr wird 2021 auf 1,80 Euro pro Kehrmeter gesenkt.
Standgeld auf dem Wochenmarkt: Die Marktgebühr steigt auf 1,52 Euro pro Meter Stand.
Freiwillige Feuerwehr: Die Satzung wurde in Absprache mit der Feuerwehrführung angepasst.
Abwasser: Die Schmutzwassergebühr sinkt auf 2,97 Euro pro Kubikmeter, die Regenwassergebühr bleibt bei 41 Cent.
Die Bewertung der Haushaltszahlen fiel in der Debatte sehr unterschiedlich aus: So sah Dieter Janßen (SPD) die Stadt finanziell stabil aufgestellt; Heiko Schönbohm (SWG) nannte den Haushalt „noch zufriedenstellend dank Grundstücksverkäufen“, Hendrik Theemann (FDP) bemängelte, dass seine Forderung nach Steuersenkungen in der Krise kein Gehör finden; Almuth Thomßen wünschte sich mehr digitale Bürgerbeteiligung und Dr. Matthias Bollmeier (CDU) sagte, „2021 sieht alles gut aus, doch in den Folgejahren müssen wir aufpassen“.
