Jever - Wie sehr sich der Organspende-Skandal auf die Bereitschaft ausgewirkt hat, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen, konnte man auch bei der Infoveranstaltung des Planungsbüros Feldmann sehen. Nur knapp über 30 Besucher hatten den Weg in den Lokschuppen gefunden.

Dabei gab es die Möglichkeit, sich hautnah bei Betroffenen informieren, was es bedeutet, Organe zu spenden oder durch eine Organspende neue Lebensqualität zu gewinnen. In Lica Meeri Wulfes stand eine Mutter Rede und Antwort, die ihren Sohn bei einem Verkehrsunfall verloren hat und die schwierige Entscheidung zu treffen hatte, die Organe ihres Sohnes zur Verfügung zu stellen. Ihr Schicksal war auch Grundlage einer Spielszene, die die Theatergruppe der Berufsbildenden Schulen Jever aufführte.

Evy Billermann und Marion Flade beleuchteten die andere Seite. Sie sind beide Empfänger eines Spenderorgans, einer Niere und einer Lunge. Eindrücklich schilderten beide ihren Leidensweg mit nicht mehr arbeitenden Organen und die Lebensqualität, die sie durch die Spende gewonnen haben.

Für den Verein „Sportler für Organspende“ plädierte Frank Feldmann, Sohn des Veranstalters Bernd Feldmann, dafür, „die Sensibilität für Organspende dann zu steigern, wenn man selbst noch nicht unmittelbar betroffen ist“. In dem Verein setzen sich bekannte Sportlern und Prominente für dieses Thema ein. Den medizinischen Teil der Runde übernahm Dr. Heinz-Jürgen Bergmann. Er hob hervor, dass die vom Gesetzgeber eingerichtete strikte Trennung von Spende, Verteilung und Empfang der Organe im Regelfall Manipulationen ausschließen könne.