Wilhelmshaven/Jever - Michael Engelbrecht brachte es auf den Punkt: Die Landwirtschaft sei ein Wirtschaftszweig „wie jeder andere auch“. Aber, so der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Jever: In vielen Gremien finde der Agrarsektor schlichtweg nicht statt.
Mehr Gehör finden
Deshalb seine Forderung am Donnerstag beim 10. Agrarforum der Bank: Die Landwirtschaft und andere Wirtschaftssektoren müssten sich stärker miteinander vernetzen und Aktionen gemeinsam abstimmen – und das auch, um „bei der Politik mehr Gehör zu finden“.
Im Landkreis Friesland und in Wilhelmshaven haben die Verantwortlichen jetzt die Zeichen der Zeit erkannt. Vertreter des Kreislandvolkverbands und des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbands Jade (AWV) nutzten das sogenannte Bauernfrühstück als Plattform, um eine Kooperationsvereinbarung zu unterzeichnen.
Während Engelbrecht von einem „Startschuss für den Schulterschluss“ sprach, gab Tom Nietiedt zu bedenken, dass die Landwirtschaft und die anderen Wirtschaftssektoren in der Region ohnehin „nicht so weit auseinander“ gewesen seien. Beide Bereiche „wirtschaften und sind selbstständig“, betonte der AWV-Präsident.
Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung wollen AWV und Kreislandvolk „künftig ihre Kompetenzen und Ressourcen weiter bündeln“.
Stärke entwickeln
Beide Verbände sind überzeugt davon, „dass sich verbandliche Stärke nur miteinander und nicht in Konkurrenz zueinander entwickeln kann“. Ziel und Zweck sei „eine langfristig und stabile Zusammenarbeit“ zur Förderung, Entwicklung und Stärkung der Jade-Wirtschaftsregion.
Die Schwerpunkte
Mit dem vierseitigen Papier vereinbaren die Partner die „Planung und Umsetzung gemeinsamer Projekte“ auch beim überregionalen Marketing und bei der Kostenverteilung für die Mitgliedsunternehmen der Partner. Als Arbeitsschwerpunkte nennt die Vereinbarung, die rückwirkend zum 1. Juni wirksam ist, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen und Netzwerkarbeit sowie Fortbildungen und Qualifizierungen.
Um den regelmäßigen Informationsaustausch sicherzustellen, erhält jeder Partner das Recht, eine Vertretung für das Verbandsorgan des anderen Verbands vorzuschlagen.
