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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Jever

Schlossmuseum: Wurstketten und schwere Geschütze

30.12.2016

Jever Die Sanierung des Schlossturms ist so gut wie abgeschlossen: Nur das Findlingsmauerwerk im Sockel muss noch verfugt werden – das geht erst im Frühjahr, wenn es wärmer wird. Und die Ausstellungsräume über dem Audienzsaal, die ehemalige Arthur Eden-Sillenstede-Galerie, sind ebenfalls fast fertig. „Damit haben wir die großen Baumaßnahmen glücklich abgeschlossen“, freut sich Jevers Museumsleiterin Prof. Dr. Antje Sander.

Neue Fenster, Wandisolierung, neue Heizkörper – das Raumklima in den Räumen für Sonderausstellungen ist bereits ein völlig anderes. Neue Lichttechnik wird künftigen Ausstellungen deutlich bessere Bedingungen bieten – und davon soll insbesondere die für April geplante Sonderausstellung „Jevers stille Winkel – Arthur Eden-Sillenstede malt seine Stadt“ profitieren.

weitere Ausstellungen 2017

Zum 250. Geburtstag des Orientforschers Ulrich Jasper Seetzen (1767 bis 1811) zeigt das Schlossmuseum Jever ab 24. September die Ausstellung „Wissensdurst und Forscherdrang!“: Zu sehen sind dann zum ersten Mal all die Schätze, die Seetzen von seiner Orientreise nach Gotha geschickt hat. Der Fürst von Sachsen-Coburg und Gotha finanzierte ihn. Dann soll auch ein Übungs-Forschungsbericht Seetzens über die Herrschaft Jever publiziert werden. „Und um einen weiteren aktuellen Bezug herzustellen, wird es um die Beschreibung Aleppos durch Seetzen gehen – 200 Jahre vor der Zerstörung der Stadt“, berichtet Antje Sander.

Zehn Jahre nach Eröffnung der Ausstellung zu Musikclubs und Discos in weser-Ems wird es am 5. August dann auch wieder eine DJ-Nacht auf dem Schlosshof geben. Zudem gibt es zwei Lesungen: Aus Mike Wells’ Buch „A 60’s Drummer“ über die englische Beat-Band „The Twilights“ am 13. April. Und am 4. August stellt Jugendrichter Andreas Müller, Befürworter der Entkriminalisierung von Haschisch und Marihuana, sein Buch „Kiffen und Kriminalität“ vor.

„Wir werden Stadtansichten von Eden-Sillenstede Fotos von heute gegenüberstellen. So wird die Entwicklung Jevers deutlich“, erklärt Antje Sander.

Interessantes Gewölbe

Doch zuvor eröffnet im Schlossmuseum Jever eine Ausstellung, die sich mit den Türmen des Schlosses befasst. „Zwiebel, Eulen und Johann Freese“ lautet der Titel. Im Mittelpunkt wird natürlich der dann rundum sanierte dicke Turm stehen. Erstmals wird dann das Kellergeschoss zugänglich sein. Dort wird zurzeit noch gearbeitet.

„Der Geschützkeller mit seinen Schießscharten und Rauchabzügen war lange Jahre nicht zugänglich“, sagt Antje Sander. Er ist vom mittelalterlichen Geschützturm übrig geblieben. „Es kann gut sein, dass wir den einzigen Geschützturm dieser Art haben. Das ist schon etwas besonderes“, sagt die Schlossherrin. Der heutige Rund-Keller mit interessantem Mauergewölbe lag einst ebenerdig. Durch die Schießluken rundherum konnte der gesamte Schlossplatz mit Geschossen bestrichen werden.

Später, als der Bereich rund ums Schloss aufgefüllt wurde, wurde der Geschützturm zum Keller – und wurde eine ganze Zeit lang als Fleischkeller genutzt. „Man sieht noch die Haken an der Decke, an denen einst Würste und Schinken hingen“, erklärt Antje Sander. Im Februar soll die Sanierung abgeschlossen sein. Die Kellersanierung fällt mit in die Baumaßnahmen an Turm und Audienzsaal, die von Bund und Land mit 630 000 Euro finanziert wurden.

Gut 1 Million Euro stellen Bund und Land 2017 bis 2019 dann noch für die Sanierung des Edo-Wiemken-Grabmals im Choranbau der Stadtkirche zur Verfügung. Endlich: Jahrelang hatten Antje Sander und insbesondere Horst Radowski vom Jeverländischen Altertums- und Heimatverein um Mittel geworben, weil das Grabmal bröselt und bröckelt. „Nun ist es definitiv so weit“, freut sich Antje Sander.

Maria im Sarg?

Sie hofft, dass dann auch geklärt werden kann, wer eigentlich im großen und den beiden kleinen Särgen unter dem Denkmal liegt, das Jevers legendäre Herrscherin Frl. Maria bauen ließ. „Behauptet wird, dass im großen Sarg Edo Wiemken liegt und in einem der beiden kleinen Maria selbst. Ich vermute jedoch, dass Maria selbst im großen Sarg bestattet ist. In den beiden kleineren sind vermutlich Gebeine, die 1560 vom Friedhof des Klosters Oestringfelde hierher umgebettet wurden.“

Das wäre natürlich eine Sensation, wenn tatsächlich Maria von Jever wiedergefunden wird.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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