Grafschaft - Tradition bewahren, neue Entwicklungen aufnehmen, alle Generationen für das Miteinander im Dorf begeistern und vor allem den Nachwuchs fördern: Das haben sich Brunnenmeister Robert Grueneberg und Brunnenkönigin Lina von der Kammer für das Jahr ihrer Regentschaft in Grafschaft vorgenommen. Am Samstag wurde ihnen als Insignien ihrer Amtswürde die jeweilige Kette umgelegt, dann wurde ausgelassen gefeiert.
Die Lust zum Feiern sowie Nachbarn und Freunde zu treffen, war in Grafschaft deutlich zu spüren. Eigentlich hätte dort das dreitägige Brunnenfest stattfinden sollen, doch es haperte beim Zelt und der Gastronomie: die Schaustellerfamilie fiel aus.
Sommerfest statt Brunnenfest
Kurzerhand setzte der Verein der Grafschafter auf „volles Risiko“: Als Ersatz wurde ein Sommerfest unter freiem Himmel geplant. Und das wurde ein voller Erfolg, dem auch Schortens Bürgermeister Gerhard Böhling seinen Respekt zollte. Zwar lief es beim Flohmarkt noch ziemlich verhalten, morgens hatte es nämlich noch geregnet, doch später beim Kinder- und Familienfest war der Festplatz gut gefüllt. „Klasse, dass so viele Leute auf dem Platz sind“, sagte Michael „Hinny“ Hinrichs freudig auf dem Festplatz an der Dettmar-Coldewey-Straße.
Doch er hatte kaum Zeit für ein kurzes Gespräch, denn das benutzte Geschirr stapelte sich hinter der Bude, in der Kaffee, Tee und Kuchen reißenden Absatz fanden. Der Vorsitzende des Vereins der Grafschafter hatte selber den Job als „Spülhilfe“ übernommen, denn Wegwerfgeschirr ist im Verein tabu.
Großer Umzug
Das Fest endete mit einem großen Umzug, vorneweg der Spielmannszug „Blue Harmony Jever“, es folgte der mit bunten Dahlienblüten geschmückte Korsowagen und viele Familien mit Laternen.
Schon während der Feier wurde an Plänen für das kommende Jahr geschmiedet. Unter anderem sei zu überlegen, den Flohmarkt komplett in die Straßen des Dorfes zu verlagern, meinte Vorstandsmitglied Markus Heyl. So war es vor Jahren schon gewesen. Als die Nachfrage nach Ständen aber immer größer wurde, wurde auch die Sillensteder Straße einbezogen und in Absprache mit der Stadt Schortens aus Sicherheitsgründen für den Verkehr gesperrt.
Einziger Wermutstropfen
Das war jetzt der einzige Wermutstropfen bei dem Fest, denn etliche Verkehrsteilnehmer zeigten sich uneinsichtig, pöbelten die eingesetzten Ordner an – und es gab es sogar eine Körperverletzung, die zur Anzeige gebracht wurde.
