Schortens - Die Bässe wummerten weit die Straße hinunter, AC/CD beschwor den „Highway to Hell“ – allerdings hatten die Besucher nicht den Eindruck, dass die Schooster Straße in Schortens zu so einer Schreckensstraße mutierte. Ganz im Gegenteil: Männer und Frauen lagen sich freudestrahlend in den Armen oder schlugen sich wohlwollend gegenseitig auf die Schultern. Anlass war die „Dörp“-Revival-Party, die zum elften Mal gefeiert wurde.

Im „Kult-Tanzschuppen“ gegenüber der St. Stephanus-Kirche haben sich Generationen von Paaren kennengelernt, Freunde und Freundinnen fast jedes Wochenende verbracht. Jeder, der in Schortens und Umgebung aufgewachsen ist, der hat Erinnerungen an die Zeit, in denen er hier ein- und ausging. Und viele von diesen „Ehemaligen“ treffen sich in der Disco Jahr für Jahr wieder, um die Erinnerungen neu aufleben zu lassen. Immerhin wurde in der Gaststätte „In’t Dörp“ bereits vor 53 Jahren getanzt, damals noch ausschließlich zur Livemusik von Gruppen, die an den Wochenenden von Lokal zu Lokal tingelten. Annette Hinrichs, die mit ihrem mittlerweile verstorbenen Mann Gerd das Lokal führte, verstand es immer wieder, auch bekannte Leute zu engagieren, wie zum Beispiel Billy Mo.

Doch zurück zur Gegenwart: Am Samstag lief die Party eher ruhig und etwas schleppend an, je später es wurde, desto voller wurden dann aber die Tanzflächen, auf denen verschiedene DJ’s für Stimmung sorgten. Doch lange bevor sich die Masse „Mr. Vain“ hingab oder „Beds are burning“ für Begeisterung sorgte, war in den Klön-Bereichen ein Durchkommen schon nur noch mit viel Geduld möglich: Überall war die Freude groß, sich endlich wiederzusehen, der Redebedarf war offensichtlich enorm. Zwei Jahre konnte das Revival coronabedingt nicht stattfinden, viele haben es offensichtlich vermisst. Da es nicht regnete, konnte auch die Straße als Partyraum genutzt werden. Straßenmusiker Alex Chilla sorgte hier für Oldie-Stimmung.

Gefeiert wurde übrigens bis in den Morgen. Als die ersten Wahlhelfer durch Schortens fuhren, um die Wahllokale rechtzeitig für die Öffnung 8 Uhr vorzubereiten, trafen sie noch auf die letzten Partygänger und diejenigen, die gleich beim Bäcker gegenüber frühstückten.