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NWZonline.de Sport Weitere Kampfsport

Spagat zwischen Kanzel und Boxring

16.10.2009

DELMENHORST Meist mit dem Fahrrad unterwegs, stets ein Lächeln um Mund- und Augenwinkel und zum kleinen Plausch bereit. So kennt ihn seine Gemeinde. Doch Enno Konukiewitz, Pastor der evangelisch-lutherischen Heiligengeist-Gemeinde in Deichhorst, hat noch eine andere Seite, von denen nur wenige wissen. Etwa alle vier Wochen steigt er von der Kanzel an den Boxring, denn seit fast anderthalb Jahren ist er Ringsprecher der Jugend-Boxabteilung im TV Jahn.

„Dabei hatte ich früher überhaupt nichts mit Boxen zu tun, kannte noch nicht einmal alle Regeln“, gibt er zu. Torsten Christophers, Vater eines Konfirmanden und Leiter der Boxabteilung im TV Jahn, überzeugte damals während eines personellen Engpasses den Pfarrer, dass dessen Stimme nicht nur in der Kirche, sondern auch im Stadion gefragt sei. „Gewöhnungsbedürftig“ sei die erste Zeit schon gewesen, erinnert sich der 57-Jährige, schließlich schlagen sich die zwischen zehn und 18 Jahre alten Jugendlichen schon mal die Nasen blutig.

„Doch dann habe ich schnell gemerkt, welch sinnvolle Freizeitbeschäftigung der Boxsport ist“, so Konukiewitz. „Es ist toll, wie alle bei der Sache sind, voller Ehrgeiz und dem Drang zu gewinnen“. Dass sich am Ende alle die Hand reichen und versöhnen, ist für den „geistlichen Ringsprecher“ besonders wichtig. „So gewinnen die Jugendlichen Selbstbewusstsein, lernen mit Niederlagen umzugehen und trotzdem nicht aufzugeben“, hebt er eine der „Lehren“ hervor. Das sei mit Blick auf das bunte Nationalitäten-Gemisch im Verein von besonderer Bedeutung.

Natürlich treffe das auch auf andere Sportarten zu. Aber er persönlich spüre gerade beim Boxen „pulsierendes Leben“. Im Spagat zwischen Kanzel und Boxring sieht er keine Widersprüche: „Zum Pfarrer-Sein gehört es, das Leben so zu sehen wie es ist“, sagt er. „Das erfordere, auch Niederlagen auszuhalten und verlieren zu lernen.“ Gleichzeitig jedoch, so Enno Konukiewitz, würden die Jugendlichen angehalten, nicht aufzugeben und sich in jeder Lebenssituation Zuversicht und Humor zu bewahren.

Dass der Pastor am Ring nicht nur die Namen der Sportler nennt, sondern auch auf deren persönliche Entwicklung eingeht, hat ihm viel Zuspruch gebracht. Unter anderem reichte ihm ein Vereinsmitglied einmal ein „goldenes Mikrofon“ als Zeichen dafür, wie wichtig Worte sind und dass sie helfen, Menschen zu verbinden.

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